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Kinderbibelprojekt

Karte 88 · Ostern · Neues Testament

Brot und Becher

Lukas 22,14–20 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Gott ist da, auch wenn man ihn nicht sieht

Geschichte

Der Raum oben im Haus war festlich hergerichtet. Auf dem langen, niedrigen Tisch standen Schüsseln mit bitteren Kräutern und süßem Fruchtmus, ein Teller mit Lammfleisch, flache, runde Brote ohne Sauerteig und ein großer Becher mit rotem Wein. Kleine Öllampen flackerten an den Wänden und warfen tanzende Schatten.

Jesus und seine zwölf Freunde lagen um den Tisch herum auf Kissen. Es war das Passafest. Das Fest, an dem man sich daran erinnert, wie Gott sein Volk aus Ägypten befreit hat.

Normalerweise war das ein fröhliches Fest. Aber an diesem Abend war Jesus ernst.

„Ich habe mich so sehr darauf gefreut, dieses Fest mit euch zu feiern“, sagte er. „Denn bald werde ich nicht mehr so bei euch sein wie jetzt.“

Die Freunde schauten sich an. Was meinte er? Wo wollte er denn hin? Petrus runzelte die Stirn. Johannes rückte ein Stückchen näher an Jesus heran.

Dann nahm Jesus eines der flachen Brote in die Hände. Er hob es ein bisschen hoch und dankte Gott dafür, so wie man es vor dem Essen macht.

Und dann brach er das Brot. Es knackte leise. Er brach es in Stücke und gab jedem seiner Freunde eines davon.

„Nehmt es“, sagte Jesus. „Das bin ich. Ich gebe mich für euch. Esst das Brot, und denkt dabei an mich. Tut das immer wieder. Damit ihr euch an mich erinnert.“

Die Freunde nahmen das Brot. Es war noch warm. Sie aßen es ganz langsam. Keiner sagte etwas.

Nach dem Essen nahm Jesus den großen Becher mit Wein. Er dankte Gott noch einmal. Und dann gab er den Becher seinen Freunden.

„Trinkt alle daraus“, sagte er. „Das ist ein neues Versprechen zwischen Gott und euch. Ein Versprechen, das nie aufhört. Gott gehört zu euch, und ihr gehört zu Gott.“

Und der Becher ging herum. Von Hand zu Hand. Petrus trank. Jakobus trank. Johannes trank. Alle tranken aus demselben Becher.

Draußen war es dunkel geworden. Durch das kleine Fenster sah man den Mond über den Dächern von Jerusalem. Die Öllampen flackerten.

Die Freunde verstanden noch nicht alles. Aber sie spürten: Das hier war etwas ganz Besonderes. Etwas, das sie nie vergessen würden.

Und sie haben es nie vergessen.

Weißt du was? Bis heute machen die Christen das, was Jesus an diesem Abend gesagt hat. In der Kirche. Beim Abendmahl. Da wird Brot geteilt und ein Becher herumgereicht. Und dabei erinnern sich alle an Jesus. So wie er es gesagt hat.

Und dann ist Jesus da. Man kann ihn nicht sehen. Er sitzt nicht auf einem Kissen am Tisch wie damals. Aber er ist trotzdem da. Mitten unter den Menschen, die das Brot teilen.

Vielleicht warst du ja schon mal dabei. Oder du wirst einmal dabei sein. Dann kannst du an diesen Abend denken. An den Raum mit den flackernden Lampen. An das warme Brot. An Jesus.

Gott ist da, auch wenn man ihn nicht sieht.

Bibelvers

„Tut das zur Erinnerung an mich.“

nach Lukas 22,19

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Warum hat Jesus gerade Brot und einen Becher ausgesucht, damit man sich an ihn erinnert?
  2. Frage 2: Wie fühlt es sich an, wenn alle aus demselben Becher trinken oder vom selben Brot essen?
  3. Frage 3: Warst du schon mal dabei, wenn in der Kirche Abendmahl gefeiert wird? Was hast du gesehen?

Gebet

Lieber Gott,
Jesus hat mit seinen Freunden Brot geteilt.
Wenn wir Brot teilen, ist er bei uns,
auch wenn wir ihn nicht sehen.
Amen.

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