Karte 89 · Ostern · Neues Testament
Der traurigste Freitag
Lukas 23 (in Auswahl); Johannes 19,25–27 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Gott tröstet, wenn man traurig ist
Geschichte
Das ist eine traurige Geschichte. Die traurigste in der ganzen Bibel. Aber sie hört nicht traurig auf. Das verspreche ich dir.
Jesus hatte so viel Gutes getan. Er hatte Kranke gesund gemacht und mit Kindern gelacht. Er hatte Menschen zu Gott zurückgeholt, die sich verlaufen hatten. Er hatte Brot geteilt und Füße gewaschen und allen gesagt, wie lieb Gott sie hat.
Aber es gab Menschen, die Jesus nicht mochten. Mächtige Menschen. Sie hatten Angst, dass die Leute Jesus mehr glaubten als ihnen. Und sie wollten, dass er verschwindet.
In der Nacht nach dem Abendessen kamen Soldaten und nahmen Jesus mit. Seine Freunde bekamen Angst und liefen weg.
Am nächsten Morgen, einem Freitag, wurde Jesus verurteilt. Das heißt: Die Mächtigen bestimmten, dass er bestraft wird. Obwohl er nichts Böses getan hatte. Er musste ein schweres Holzkreuz tragen, hinaus vor die Stadt, auf einen Hügel. Und dort wurde er an das Kreuz gehängt.
Unten am Kreuz stand Maria, seine Mama. Und neben ihr stand Johannes, einer seiner besten Freunde. Und ein paar Frauen, die Jesus lieb hatten.
Maria weinte. Sie weinte so sehr, dass sie sich kaum auf den Beinen halten konnte.
Jesus schaute von oben auf sie herunter. Er hatte große Schmerzen. Aber er dachte an seine Mama.
„Johannes“, sagte er, „pass auf meine Mama auf. Sie ist jetzt wie deine Mama.“
Und zu Maria sagte er: „Mama, Johannes ist jetzt wie dein Sohn.“
Da legte Johannes den Arm um Maria. Und er hielt sie ganz fest. Und von diesem Tag an nahm er sie mit zu sich nach Hause und sorgte für sie.
Am Mittag wurde es plötzlich dunkel. Mitten am Tag. Als ob die ganze Welt traurig wäre.
Und dann starb Jesus.
Seine Freunde waren so traurig wie noch nie in ihrem Leben. Sie verstanden gar nichts mehr. Sie hatten gedacht, Jesus würde König werden. Und jetzt war er tot.
Am Abend kam ein freundlicher Mann namens Josef aus Arimathäa. Er nahm Jesus ganz vorsichtig vom Kreuz. Er wickelte ihn in weiße, saubere Tücher. Und er legte ihn in ein Grab, das in einen Felsen gehauen war. Vor das Grab wurde ein großer, runder Stein gerollt.
Die Frauen standen dabei und schauten zu. Sie hielten sich an den Händen.
Dann gingen alle nach Hause. Es war still in Jerusalem. Ganz still.
Das war der traurigste Freitag. Und es ist in Ordnung, wenn du jetzt auch ein bisschen traurig bist. Traurigsein gehört manchmal dazu. Auch Jesus' Freunde waren traurig. Auch Maria.
Aber schau: Mitten in der größten Traurigkeit hat Jesus dafür gesorgt, dass Maria nicht allein ist. Er hat ihr Johannes gegeben, der sie in den Arm genommen hat. So tröstet Gott. Er schickt uns Menschen, die uns festhalten.
Und das ist noch nicht alles.
Denn nach dem Freitag kommt der Samstag. Und nach dem Samstag kommt der Sonntag.
Und am Sonntag, ganz früh am Morgen, als die Sonne gerade aufging, da passierte etwas. Etwas so Wunderbares, dass keiner es glauben konnte.
Aber das erzähle ich dir auf der nächsten Karte.
Gott tröstet, wenn man traurig ist.
Bibelvers
„Jesus sagte zu Johannes: Das ist jetzt deine Mutter. Und Johannes nahm sie zu sich.“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Wie hat sich Maria gefühlt, als Johannes den Arm um sie gelegt hat?
- Frage 2: Wer nimmt dich in den Arm, wenn du ganz traurig bist?
- Frage 3: Was glaubst du, passiert am Sonntag?
Gebet
Lieber Gott,
manchmal bin ich traurig.
Danke, dass du mich dann nicht allein lässt
und mir Menschen schickst, die mich trösten.
Amen.
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