Zum Inhalt springen
Kinderbibelprojekt

Karte 87 · Ostern · Neues Testament

Jesus wäscht die Füße

Johannes 13,1–17 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Hilf dem, der Hilfe braucht

Geschichte

Es war der Abend vor dem großen Passafest. Jesus und seine zwölf Freunde hatten einen Raum gemietet, oben in einem Haus in Jerusalem. Es war ein schöner Raum, mit einem langen, niedrigen Tisch und Kissen drumherum, auf die man sich legen konnte.

Die Freunde kamen die Treppe herauf, einer nach dem anderen. Sie waren den ganzen Tag unterwegs gewesen, auf staubigen Straßen, in Sandalen. Und ihre Füße waren schmutzig. Richtig schmutzig. Grau vom Staub, mit Dreck zwischen den Zehen.

In dieser Zeit war es so: Wenn man in ein Haus kam, wusch ein Diener den Gästen die Füße. Das war die unangenehmste Arbeit von allen. Die machte nur der Allerniedrigste.

Aber an diesem Abend war kein Diener da.

Da stand eine Schüssel. Da stand ein Krug mit Wasser. Da lag ein Tuch.

Und keiner von den Freunden rührte sich.

Petrus dachte: Ich doch nicht. Ich bin doch einer der Wichtigsten.

Jakobus dachte: Ich doch nicht. Soll das doch ein anderer machen.

Johannes dachte: Ich doch nicht. Da sind ja noch elf andere.

Und so legten sie sich alle mit ihren schmutzigen Füßen an den Tisch. Und taten so, als ob sie die Schüssel gar nicht gesehen hätten.

Da stand Jesus auf.

Er legte sein Obergewand ab, den weiten Mantel, den man oben drüberzieht. Er nahm das Tuch und band es sich um die Hüfte, so wie es die Diener machten. Er goss Wasser aus dem Krug in die Schüssel. Und dann kniete er sich vor den ersten seiner Freunde auf den Boden.

Es wurde ganz still im Raum.

Jesus nahm den schmutzigen Fuß in seine Hände. Er goss Wasser darüber. Er wusch den Staub ab und den Dreck zwischen den Zehen. Dann trocknete er ihn ab, ganz sorgfältig, mit dem Tuch.

Und dann ging er zum nächsten. Und zum nächsten.

Die Freunde wussten nicht, wo sie hinschauen sollten. Ihr Meister! Ihr Lehrer! Er kniete vor ihnen auf dem Boden und wusch ihnen die Füße, wie ein Diener!

Dann kam Jesus zu Petrus.

Petrus zog seine Füße weg. „Herr!“, rief er. „Du willst mir die Füße waschen? Niemals! Das lasse ich nicht zu!“

Jesus schaute ihn an. „Petrus“, sagte er sanft, „wenn ich dir nicht die Füße wasche, dann gehörst du nicht richtig zu mir.“

Petrus erschrak. Und dann streckte er nicht nur die Füße hin, sondern auch die Hände. „Dann nicht nur die Füße, Herr! Auch die Hände! Und den Kopf!“

Da musste Jesus lachen. Und er wusch Petrus die Füße.

Als er fertig war, zog Jesus sein Gewand wieder an und setzte sich an den Tisch.

„Versteht ihr, was ich gerade gemacht habe?“, fragte er. „Ihr nennt mich Meister und Herr. Und das bin ich auch. Aber ich habe euch die Füße gewaschen. So sollt ihr es auch miteinander machen. Wartet nicht, bis ein anderer es tut. Helft einander. Auch bei den Sachen, die keiner machen will.“

Die Freunde saßen ganz still da. Und jeder schaute auf seine sauberen Füße.

Jesus war der Größte von allen. Und er hat die kleinste Arbeit gemacht. Hilf dem, der Hilfe braucht. So wie Jesus.

Bibelvers

„Ich habe euch ein Beispiel gegeben. Macht es genauso wie ich.“

nach Johannes 13,15

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Warum hat keiner der Freunde die Füße gewaschen?
  2. Frage 2: Warum wollte Petrus zuerst nicht, dass Jesus ihm die Füße wäscht?
  3. Frage 3: Welche Arbeit macht bei uns zu Hause keiner gern? Wer könnte sie machen?

Gebet

Lieber Gott,
Jesus hat seinen Freunden die Füße gewaschen.
Zeig mir, wo ich helfen kann,
auch bei Sachen, die keiner gern macht.
Amen.

Ausmalbild

Ausmalbild zu „Jesus wäscht die Füße“ (Vorschau)

Zum Ausdrucken auf A4 (hochkant) – und dann ran an die Stifte!

Ausmalbild drucken Herunterladen

Wie war die Geschichte?

Eure Rückmeldung hilft uns, Kinderbibelprojekt besser zu machen. Sie wird nicht veröffentlicht.