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Kinderbibelprojekt

Karte 75 · Jesus unterwegs · Neues Testament

Jesus schläft im Sturm

Markus 4,35–41 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Gott ist stärker als alles, was uns Angst macht

Geschichte

Es war ein langer Tag gewesen. Jesus hatte am Ufer des Sees Genezaret gestanden und Geschichten von Gott erzählt, von morgens bis abends, und immer mehr Menschen waren gekommen.

Als die Sonne unterging und der See rot und golden glänzte, sagte Jesus zu seinen Freunden: „Kommt, wir fahren ans andere Ufer.“

Sie stiegen in das Fischerboot. Es war ein Boot aus dunklem Holz, mit einem Segel und zwei Rudern und einem kleinen Platz ganz hinten, wo ein Kissen lag.

Jesus legte sich auf das Kissen. Er war so müde. Er zog seinen Mantel über sich, und das Boot schaukelte sanft, und das Wasser gluckste leise an den Planken.

Und Jesus schlief ein.

Die Freunde ruderten. Es war ein friedlicher Abend. Die ersten Sterne kamen heraus.

Aber dann kam der Wind.

Er kam plötzlich, von den Bergen herunter, wie er manchmal über den See fällt. Erst ein kühles Wehen. Dann ein Pfeifen. Dann ein Heulen. Die Wellen wurden höher. Und höher. Und dann schlugen sie über den Rand des Bootes.

Wasser platschte hinein. Es lief über die Füße der Freunde. Es stieg bis zu den Knöcheln.

„Schöpft das Wasser raus!“, schrie Petrus.

Sie schöpften mit den Händen, mit Krügen, mit allem, was sie hatten. Aber es kam immer mehr Wasser. Das Boot schwankte und kippte, das Segel knatterte, und eine riesige Welle hob sie hoch und ließ sie wieder fallen, dass allen der Magen hüpfte.

Die Freunde waren Fischer. Sie kannten den See. Aber so einen Sturm hatten sie noch nie erlebt. Sie hatten Angst. Schreckliche Angst.

Und Jesus?

Jesus schlief. Ganz hinten im Boot, auf seinem Kissen, mit nassen Haaren, und schlief.

„Wie kann er jetzt schlafen?“, rief Johannes.

Sie krochen zu ihm hin, über die schwankenden Planken. Sie rüttelten ihn an der Schulter.

„Meister! Wach auf!“, schrien sie. „Wir gehen unter! Ist dir das denn egal?“

Jesus öffnete die Augen. Er setzte sich auf. Er schaute die Freunde an, die nass und zitternd um ihn herum hockten. Dann stand er auf. Mitten im schwankenden Boot. Mitten im heulenden Wind.

Und er sprach mit dem Sturm. So wie man mit einem wilden Hund spricht.

„Schweig!“, sagte Jesus zum Wind. Und zum Wasser sagte er: „Sei still!“

Und der Wind hörte auf.

Einfach so. Mitten im Heulen.

Und die Wellen legten sich. Sie wurden kleiner und kleiner und flacher und flacher, bis der ganze See glatt war wie ein Spiegel. Die Sterne spiegelten sich darin. Es war so still, dass man das Wasser von den Rudern tropfen hörte.

Die Freunde saßen da und trauten sich kaum zu atmen.

Jesus setzte sich wieder hin. „Warum habt ihr solche Angst gehabt?“, fragte er leise. „Vertraut ihr mir denn nicht?“

Die Freunde schauten sich an. Und dann flüsterte Petrus: „Wer ist das nur? Sogar der Wind und die Wellen hören auf ihn.“

Der Sturm war stark gewesen. Aber Jesus war stärker. Gott ist stärker als alles, was uns Angst macht.

Bibelvers

„Jesus stand auf und sagte zum See: Schweig! Sei still! Da legte sich der Wind.“

nach Markus 4,39

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Wie konnte Jesus bei so einem Sturm schlafen?
  2. Frage 2: Wie hat es sich wohl angefühlt, als es plötzlich ganz still wurde?
  3. Frage 3: Was ist für dich wie ein Sturm, vor dem du Angst hast?

Gebet

Lieber Gott,
Jesus hat dem Sturm gesagt: Sei still!
Du bist stärker als alles, was mir Angst macht.
Wenn es in mir stürmt, mach mich ruhig.
Amen.

Ausmalbild

Ausmalbild zu „Jesus schläft im Sturm“ (Vorschau)

Zum Ausdrucken auf A4 (hochkant) – und dann ran an die Stifte!

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