Karte 74 · Jesus unterwegs · Neues Testament
Vier Freunde tragen durchs Dach
Markus 2,1–12 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Zusammen ist man stärker als allein
Geschichte
In Kapernaum wohnte ein Mann, der nicht laufen konnte. Seine Beine waren gelähmt. Das heißt: Er konnte sie nicht bewegen. Er lag jeden Tag auf seiner Matte, zu Hause, und schaute an die Decke. Er konnte nicht zum Brunnen gehen. Er konnte nicht auf den Markt gehen. Er konnte nicht einmal allein vor die Tür.
Aber er hatte vier Freunde. Richtige Freunde.
Eines Morgens kamen sie hereingestürmt, alle vier auf einmal.
„Jesus ist in der Stadt!“, rief der erste. „Er ist im Haus von Simon, am anderen Ende der Straße!“
„Er macht Leute gesund!“, rief der zweite.
„Wir bringen dich hin!“, rief der dritte.
„Sofort!“, rief der vierte.
Der Mann auf der Matte schaute sie an. „Aber wie denn?“, sagte er. „Ich kann doch nicht laufen.“
„Musst du auch nicht“, sagten die Freunde.
Und dann packte jeder eine Ecke der Matte. Einer vorne links, einer vorne rechts, einer hinten links, einer hinten rechts. „Eins, zwei, drei – hoch!“
Und so trugen sie ihn. Durch die Tür, die Straße entlang, an den Häusern vorbei. Die Leute schauten ihnen nach.
Aber als sie beim Haus von Simon ankamen, blieben sie stehen.
Das Haus war voll. Übervoll! Die Menschen standen bis in den Hof hinein, bis auf die Straße hinaus. Sie drängelten und reckten die Hälse, weil alle Jesus hören wollten. Da kam keine Maus mehr durch. Und schon gar nicht vier Männer mit einer Matte.
„Lasst uns bitte durch!“, riefen die Freunde.
Aber keiner machte Platz.
Der Mann auf der Matte seufzte. „Lasst gut sein“, sagte er. „Es geht nicht. Bringt mich wieder nach Hause.“
Da schaute der eine Freund nach oben. Auf das Dach. Es war ein flaches Dach, wie alle Dächer dort, aus Holzbalken, Zweigen und festgestampftem Lehm. Und an der Seite des Hauses führte eine Treppe hinauf.
„Ich hab eine Idee“, sagte er.
Sie schleppten den Mann die Treppe hinauf. Das war gar nicht so einfach, die Treppe war schmal und steil, und einmal wäre der Mann beinahe heruntergerutscht. Aber zu viert schafften sie es.
Oben auf dem Dach fingen sie an zu graben. Genau da, wo Jesus unten sitzen musste. Sie kratzten den Lehm weg. Sie zogen die Zweige heraus.
Unten im Haus rieselte Staub herunter. Direkt auf die Köpfe der Leute. Einer musste niesen. Eine Frau schaute nach oben. Und dann fiel Licht herein, weil da plötzlich ein Loch im Dach war. Und das Loch wurde immer größer.
Alle starrten nach oben. Auch Jesus.
Und dann kam eine Matte durch das Loch. An vier Seilen. Langsam, ganz langsam wurde sie heruntergelassen. Und auf der Matte lag ein Mann. Genau vor die Füße von Jesus.
Oben durch das Loch schauten vier staubige Gesichter herunter.
Da lächelte Jesus. Er sah, wie sehr die vier Freunde ihm vertrauten.
„Steh auf“, sagte er zu dem Mann. „Nimm deine Matte und geh nach Hause.“
Und der Mann stand auf. Einfach so. Er rollte seine Matte zusammen, klemmte sie unter den Arm und ging mitten durch die staunenden Leute zur Tür hinaus.
Draußen warteten seine vier Freunde. Und dann lagen sich alle fünf in den Armen und lachten und tanzten.
Allein hätte der Mann es nie geschafft. Und einer allein hätte ihn nicht tragen können. Aber zu viert und zusammen mit Jesus ging es.
Zusammen ist man stärker als allein.
Bibelvers
„Als Jesus sah, wie sehr die Freunde vertrauten, sagte er: Steh auf!“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Wer ist auf die Idee mit dem Dach gekommen?
- Frage 2: Wie haben die Leute unten geguckt, als plötzlich Staub von der Decke kam?
- Frage 3: Wer sind deine Freunde, die dich „tragen“, wenn es dir schlecht geht?
Gebet
Lieber Gott,
danke für Freunde, die mir helfen.
Mach, dass ich auch für andere so ein Freund bin.
Zusammen sind wir stark.
Amen.
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