Karte 76 · Jesus unterwegs · Neues Testament
Jesus weckt die Tochter von Jaïrus auf
Markus 5,21–24.35–43 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Gott hört zu, wenn wir beten
Geschichte
Jaïrus war ein wichtiger Mann in seiner Stadt. Er war der Vorsteher der Synagoge, des Gotteshauses. Alle kannten ihn. Alle grüßten ihn.
Aber an diesem Tag war Jaïrus nicht wichtig. An diesem Tag war er nur ein Papa, der Angst hatte.
Denn seine Tochter war krank. Sie war zwölf Jahre alt, hatte lange, dunkle Zöpfe und lachte so gern, dass man es durch das ganze Haus hörte. Aber jetzt lachte sie nicht mehr. Sie lag in ihrem Bett, ganz blass, mit heißer Stirn, und hatte die Augen zu. Und die Ärzte schüttelten die Köpfe.
Da hörte Jaïrus, dass Jesus in der Stadt war. Unten am See.
Jaïrus rannte los. Ohne Mantel. Ohne Schuhe. Er rannte durch die Straßen, bis zum Ufer, wo eine riesige Menschenmenge um Jesus herumstand. Er drängelte sich durch. Und dann warf er sich vor Jesus auf den Boden. Er, der wichtige Mann. In den Staub.
„Bitte“, sagte Jaïrus, und seine Stimme zitterte. „Bitte, Jesus. Meine kleine Tochter ist so krank. Komm doch und leg ihr die Hände auf, damit sie gesund wird. Bitte!“
Jesus schaute ihn an. Und dann sagte er: „Ich komme.“
Sie gingen los. Aber es ging so langsam! Die Menschen drängten sich überall um Jesus herum, und immer wieder blieben sie stehen. Jaïrus wurde ganz unruhig. Schneller! Bitte schneller!
Und dann kamen Leute aus seinem Haus gerannt. Sie hatten ernste Gesichter.
„Jaïrus“, sagten sie, „es ist zu spät. Deine Tochter ist so krank, jetzt kann ihr niemand mehr helfen. Du brauchst den Meister nicht mehr zu bemühen.“
Jaïrus blieb stehen. Er konnte nicht mehr atmen.
Aber Jesus legte ihm die Hand auf den Arm. „Hab keine Angst“, sagte er. „Vertrau mir. Nur vertrauen.“
Sie kamen zum Haus. Drinnen war es laut. Viele Leute weinten und jammerten.
„Warum weint ihr?“, fragte Jesus. „Das Mädchen schläft nur.“
Da lachten die Leute. Sie lachten Jesus aus.
Aber Jesus schickte sie alle hinaus. Dann nahm er den Papa und die Mama mit und drei von seinen Freunden. Und sie gingen in das Zimmer, wo das Mädchen lag.
Es war still da drinnen. Das Mädchen lag ganz ruhig in seinem Bett. Die Zöpfe lagen auf dem Kissen.
Jesus setzte sich zu ihr auf die Bettkante. Er nahm ihre kleine Hand in seine Hand. Und dann sagte er ganz leise, in seiner Sprache: „Talita kum.“
Das heißt: „Mädchen, steh auf!“
Und das Mädchen machte die Augen auf.
Sie blinzelte. Sie schaute Jesus an. Dann setzte sie sich auf. Dann stand sie auf! Sie stand mitten im Zimmer und lief zu ihrer Mama und zu ihrem Papa.
Die Mama schrie vor Freude. Der Papa weinte. Beide nahmen ihre Tochter in den Arm und hielten sie ganz fest und wollten sie gar nicht mehr loslassen.
Und Jesus? Jesus lächelte und sagte: „Gebt ihr etwas zu essen. Sie hat bestimmt Hunger.“
Da musste sogar Jaïrus lachen. Und das Mädchen aß ein großes Stück Brot mit Honig.
Jaïrus hatte Jesus angefleht, auf den Knien. Und Jesus hatte ihn gehört. Und war mitgekommen.
Gott hört zu, wenn wir beten.
Bibelvers
„Jesus nahm das Mädchen bei der Hand und sagte: Talita kum! Mädchen, steh auf!“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Wie hat sich Jaïrus gefühlt, als es so langsam voranging?
- Frage 2: Warum hat Jesus gesagt: „Gebt ihr etwas zu essen“?
- Frage 3: Für wen möchtest du heute beten, weil er oder sie krank ist?
Gebet
Lieber Gott,
Jaïrus hat Jesus um Hilfe gebeten,
und Jesus hat ihn gehört.
Ich bete heute für alle, die krank sind.
Amen.
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