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Kinderbibelprojekt

Karte 72 · Jesus unterwegs · Neues Testament

Komm, folge mir!

Lukas 5,1–11 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Mut lohnt sich, auch wenn man Angst hat

Geschichte

Simon war Fischer. Er hatte ein Boot aus Holz, ein großes Netz und Hände, die rau waren vom Salzwasser und von den Seilen. Er fischte auf dem See Genezaret, zusammen mit seinem Bruder Andreas und seinen Freunden Jakobus und Johannes.

Die Fischer fischten immer nachts. Denn nachts kamen die Fische nach oben.

Aber in dieser Nacht war alles schiefgegangen.

Sie waren hinausgefahren, als es dunkel wurde. Sie hatten das Netz ausgeworfen. Sie hatten es wieder hereingezogen. Leer. Sie hatten es noch mal ausgeworfen. Leer. Und noch mal. Und noch mal. Die ganze Nacht lang.

Kein einziger Fisch.

Jetzt war es Morgen. Simon saß am Ufer und wusch die Netze. Seine Augen brannten vor Müdigkeit, seine Arme taten weh. Und er hatte schlechte Laune.

Da kam eine riesige Menschenmenge den Strand entlang. Und mittendrin ging Jesus. Die Leute drängten sich um ihn, sie schubsten und drückten, weil jeder ihn hören wollte.

Jesus sah Simons Boot. Er stieg einfach hinein. „Simon“, sagte er, „fahr mich doch ein kleines Stück hinaus aufs Wasser.“

Simon seufzte. Aber er tat es.

Und Jesus setzte sich ins Boot und redete zu den Leuten am Ufer. Er erzählte von Gott. Das Wasser trug seine Stimme weit, und alle konnten ihn hören.

Als er fertig war, drehte er sich zu Simon um.

„Fahr hinaus“, sagte Jesus. „Dorthin, wo es tief ist. Und werft eure Netze aus.“

Simon starrte ihn an. Jetzt? Am helllichten Tag? Jeder Fischer weiß, dass man am Tag keine Fische fängt! Und außerdem war er so müde.

„Meister“, sagte Simon, „wir haben uns die ganze Nacht abgemüht. Die ganze Nacht! Und wir haben nichts gefangen. Gar nichts.“

Er schaute aufs Wasser. Er schaute auf Jesus.

Dann holte er tief Luft.

„Aber weil du es sagst“, sagte Simon, „werfe ich die Netze noch mal aus.“

Sie ruderten hinaus, dorthin, wo das Wasser dunkelblau war. Simon warf das Netz aus. Es sank ins Wasser.

Und dann ruckte es. Und zerrte. Und das Netz wurde schwer. So schwer, dass Simon es kaum halten konnte. Er zog, und Andreas zog, und das Netz kam hoch. Und es war voll. Voller Fische! Silberne, zappelnde, glitzernde Fische, Hunderte! So viele, dass das Netz anfing zu reißen!

„Jakobus! Johannes!“, schrie Simon. „Kommt her! Helft uns!“

Die beiden kamen mit ihrem Boot. Und sie füllten beide Boote so voll mit Fischen, dass sie fast untergingen.

Simon ließ das Netz los. Er fiel vor Jesus auf die Knie, mitten zwischen die zappelnden Fische.

„Herr, geh weg von mir“, sagte er. „Ich bin nicht gut genug für dich.“

Aber Jesus legte ihm die Hand auf die Schulter.

„Hab keine Angst, Simon“, sagte er. „Komm mit mir. Ab jetzt wirst du Menschen fischen. Du wirst sie zu Gott bringen.“

Simon schaute auf. Er schaute auf sein Boot. Sein Netz. Die ganzen Fische. Alles, was er kannte.

Und dann stand er auf.

Als sie ans Ufer kamen, ließen Simon und Andreas und Jakobus und Johannes alles liegen. Die Boote. Die Netze. Die Fische. Und sie gingen mit Jesus.

Simon war müde gewesen und hatte gezweifelt. Aber er hat es trotzdem gewagt. Mut lohnt sich, auch wenn man Angst hat.

Bibelvers

„Aber weil du es sagst, will ich die Netze auswerfen.“

nach Lukas 5,5

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Warum hat Simon die Netze noch einmal ausgeworfen, obwohl er so müde war?
  2. Frage 2: Wie hat sich Simon gefühlt, als die Netze plötzlich voll waren?
  3. Frage 3: Was hättest du gemacht: im Boot bleiben oder mit Jesus gehen?

Gebet

Lieber Gott,
Simon hat es noch einmal versucht, weil Jesus es gesagt hat.
Mach mich mutig, dir zu vertrauen,
auch wenn ich müde bin oder zweifle.
Amen.

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