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Kinderbibelprojekt

Karte 71 · Jesus unterwegs · Neues Testament

Johannes tauft Jesus

Markus 1,4–11 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Gott hat jeden lieb, so wie er ist

Geschichte

Am Fluss Jordan, da wo das Wasser grün und langsam zwischen Schilf und Weidenbäumen dahinfloss, stand ein Mann bis zu den Knien im Wasser. Er hieß Johannes. Es war derselbe Johannes, dessen Papa Zacharias so lange nicht reden konnte.

Johannes sah ein bisschen wild aus. Er trug ein Gewand aus kratzigem Kamelhaar, zusammengebunden mit einem Ledergürtel. Seine Haare waren lang und zottelig. Und er aß Dinge, die sonst kaum jemand aß: Heuschrecken! Und wilden Honig, den er aus hohlen Bäumen holte. Die Heuschrecken knusperten, wenn er hineinbiss.

Aber die Leute kamen trotzdem zu ihm. Viele Leute. Aus allen Dörfern und sogar aus der großen Stadt Jerusalem.

„Kehrt um!“, rief Johannes. „Fangt neu an mit Gott! Bald kommt einer, der viel größer ist als ich!“

Und die Leute stiegen zu ihm ins Wasser. Einer nach dem anderen. Und Johannes taufte sie. Taufen ging so: Er tauchte sie ganz unter, und wenn sie wieder hochkamen, prustend und tropfend, dann war es, als würden sie ganz neu anfangen. Als hätte das Wasser alles Alte abgewaschen.

Eines Tages kam wieder jemand ans Ufer. Ein Mann aus Nazaret. Er zog seine Sandalen aus und watete ins Wasser, bis er vor Johannes stand.

Es war Jesus.

Johannes schaute ihn an. Und dann wurde er ganz still. Er wusste sofort, wer das war.

„Du?“, sagte Johannes. „Du willst dich von mir taufen lassen? Das geht doch nicht! Du solltest mich taufen!“

Aber Jesus lächelte. „Lass es so sein“, sagte er. „Es ist richtig so.“

Da legte Johannes seine Hand auf Jesus' Schulter. Und Jesus ging unter das Wasser. Ganz unter. Das grüne Wasser schloss sich über seinem Kopf.

Und dann kam er wieder hoch. Das Wasser lief ihm aus den Haaren und über das Gesicht.

Und in diesem Moment passierte etwas.

Der Himmel riss auf. Als ob jemand einen Vorhang zur Seite schiebt. Ein Licht fiel herunter, warm und golden. Und aus dem Licht kam eine Taube geflogen. Eine weiße Taube. Sie flatterte herab und setzte sich ganz sanft auf Jesus. Das war Gottes Geist.

Und dann kam eine Stimme aus dem Himmel. Alle am Ufer hörten sie.

„Du bist mein lieber Sohn. Ich habe dich lieb. An dir habe ich Freude.“

Die Leute am Ufer standen ganz still. Niemand sagte etwas. Nur der Fluss plätscherte, und irgendwo quakte ein Frosch.

Jesus stand im Wasser und schaute nach oben. Und er lächelte.

Gott hatte zu Jesus gesagt: Ich hab dich lieb. Ich freue mich über dich. Und das, noch bevor Jesus ein einziges Wunder getan hatte. Einfach so. Weil er Gottes Kind war.

Und weißt du was? Wenn ein Kind getauft wird, dann ist das auch so. Da sagt Gott: Du bist mein liebes Kind. Ich hab dich lieb. Ich freue mich über dich. Nicht, weil du etwas Tolles gemacht hast. Sondern einfach, weil du da bist.

Gott hat jeden lieb, so wie er ist.

Bibelvers

„Du bist mein lieber Sohn. An dir habe ich Freude.“

nach Markus 1,11

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Wie war es für Jesus, diese Stimme aus dem Himmel zu hören?
  2. Frage 2: Warum hat Gott gesagt, dass er Jesus lieb hat, obwohl Jesus noch gar nichts Besonderes getan hatte?
  3. Frage 3: Weißt du, wann du getauft worden bist? Wollen wir uns Bilder davon anschauen?

Gebet

Lieber Gott,
du hast zu Jesus gesagt: Ich hab dich lieb.
Das sagst du auch zu mir.
Danke, dass ich dein liebes Kind bin.
Amen.

Ausmalbild

Ausmalbild zu „Johannes tauft Jesus“ (Vorschau)

Zum Ausdrucken auf A4 (hochkant) – und dann ran an die Stifte!

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