Zum Inhalt springen
Kinderbibelprojekt

Karte 34 · Josua und Gideon · Altes Testament

Die Mauern von Jericho

Josua 6 (in Auswahl) ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Auf Gott vertrauen ist besser als sich selbst zu retten

Geschichte

Da stand sie, die Stadt Jericho. Ihre Mauern waren dick wie ein Haus und so hoch, dass einem schwindelig wurde, wenn man hinaufschaute. Das Tor war aus schwerem Holz und mit einem eisernen Riegel verschlossen. Da kam niemand hinein.

Das Volk von Gott stand davor und kratzte sich am Kopf.

„Mit Leitern?“, fragte einer. „Viel zu kurz.“

„Mit Hämmern?“, fragte ein anderer. „Da hämmern wir hundert Jahre.“

„Mit Seilen?“ Sie schüttelten die Köpfe. Die Mauer schien sie richtig auszulachen.

Da stellte sich Josua vor sie hin. „Hört zu“, sagte er. „Wir brauchen keine Leitern und keine Hämmer. Gott hat mir gesagt, was wir tun sollen. Wir gehen um die Stadt herum. Einmal am Tag, sechs Tage lang. Und dabei sagen wir kein Wort. Keinen Mucks.“

„Nur drumherum laufen?“, rief ein Mann. „Davon fällt doch keine Mauer um!“

„Gott weiß, was er tut“, sagte Josua. „Wir vertrauen ihm.“

Am nächsten Morgen ging es los. Vorneweg gingen sieben Priester. Priester sind Männer, die Gott im Tempel dienen. Sie trugen Hörner vom Widder, die waren gebogen und glatt, und wenn man hineinblies, tuteten sie tief und lang. Dahinter kamen alle anderen, die Großen und die Kleinen.

Sie gingen einmal um die ganze Stadt. Man hörte nur die Schritte im Sand, tapp, tapp, tapp, und das Tuten der Hörner. Sonst nichts.

Oben auf der Mauer standen die Leute von Jericho und hielten sich die Bäuche vor Lachen. „Schaut euch die an!“, riefen sie. „Die gehen spazieren!“

Am zweiten Tag gingen sie wieder herum. Am dritten auch. Am vierten und am fünften.

Unter den Kindern war ein Junge, dem wurde das Stillsein immer schwerer. Seine Füße taten weh. Und in seinem Bauch kribbelte es, so gern wollte er endlich etwas rufen. Am sechsten Tag zupfte er seine Mutter am Ärmel.

„Mama“, flüsterte er, so leise er konnte, „ich kann nicht mehr. Warum machen wir das? Es passiert ja gar nichts.“

Die Mutter legte ihm den Finger auf die Lippen. „Pst“, hauchte sie. „Ich verstehe es auch nicht. Aber Gott weiß, warum.“

Dann kam der siebte Tag. An diesem Tag gingen sie nicht einmal um die Stadt, sondern siebenmal. Einmal. Zweimal. Dreimal. Die Sonne stieg höher. Viermal, fünfmal, sechsmal. Und zum siebten Mal.

Dann blieben alle stehen. Es war so still, dass man eine Eidechse über die Steine huschen hörte.

Josua hob die Arme. „Jetzt!“, rief er. „Jetzt ruft, so laut ihr könnt! Gott schenkt uns die Stadt!“

Und da brüllten sie los. Alle auf einmal. „HURRA!“ Die Priester bliesen in ihre Hörner: TÖÖÖT! Und der Junge schrie am allerlautesten, sechs Tage Stillsein kamen da auf einmal aus ihm heraus.

Da knirschte es tief in den Steinen. Es bröckelte. Es wackelte. Und dann purzelten die dicken Mauern von Jericho um wie ein Turm aus Bauklötzen. Rumpel, polter, krach! Staub wirbelte auf, und als er sich legte, war der Weg in die Stadt frei.

Alle standen da und staunten. Kein Hammer hatte die Mauer berührt. Keine Leiter und kein Seil.

Der Junge sah auf seine leeren Hände. Dann strahlte er über das ganze Gesicht. „Das waren ja gar nicht wir!“, rief er. „Das war Gott!“

Und so war es. Mit eigener Kraft und eigenen Plänen wären sie niemals hineingekommen. Aber sie hatten Gott beim Wort genommen. Auf Gott vertrauen ist besser als alles, was man selber schaffen kann.

Bibelvers

„Die Mauern fielen um, und das Volk konnte hineingehen.“

nach Josua 6,20

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Wie schwer war es, sechs Tage lang ganz still um die Stadt zu gehen?
  2. Frage 2: Warum hat Gott nicht einfach gesagt: Nehmt eine Leiter?
  3. Frage 3: Wollen wir auch einmal ganz still im Kreis gehen – und dann ganz laut rufen?

Gebet

Lieber Gott,
das Volk hat dir vertraut und nicht auf seine eigene Kraft.
Hilf mir, dir auch zu vertrauen,
auch wenn ich nicht verstehe, warum.
Amen.

Ausmalbild

Ausmalbild zu „Die Mauern von Jericho“ (Vorschau)

Zum Ausdrucken auf A4 (hochkant) – und dann ran an die Stifte!

Ausmalbild drucken Herunterladen

Wie war die Geschichte?

Eure Rückmeldung hilft uns, Kinderbibelprojekt besser zu machen. Sie wird nicht veröffentlicht.