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Kinderbibelprojekt

Karte 35 · Josua und Gideon · Altes Testament

Gideon versteckt sich – „Du tapferer Held!“

Richter 6,11–16.36–40 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Auch Kleine und Schwache können Großes bewirken

Geschichte

Gideon war kein Held. Das fand er jedenfalls selbst. Ein Held, das ist jemand, der etwas ganz Mutiges tut, auch wenn es gefährlich wird.

Er war der Jüngste in seiner Familie, und seine Familie war die kleinste in seinem Stamm. Er war nicht besonders groß und nicht besonders stark. Und vor allem hatte er Angst.

Er hatte auch allen Grund dazu. Denn in dieser Zeit kamen jedes Jahr fremde Räuber ins Land, die Midianiter. Sie kamen mit Kamelen, so viele wie Heuschrecken, und nahmen den Leuten alles weg. Das Korn, die Schafe, die Esel. Alles.

Darum hatte Gideon sich etwas ausgedacht. Er drosch sein Weizenkorn nicht draußen auf dem Dreschplatz, wo jeder es sehen konnte. Er drosch es in der Weinkelter. Das war eine tiefe, steinerne Grube, in der man sonst Trauben zerstampfte. Da unten sah ihn keiner.

Da saß er also, ganz unten in der Grube, und schlug mit dem Stock auf die Ähren. Ähren, das sind die Halme mit den Körnern oben dran. Und bei jedem Geräusch von draußen zuckte er zusammen.

Da sagte auf einmal eine Stimme über ihm: „Gott ist mit dir, du tapferer Held!“

Gideon ließ vor Schreck den Stock fallen. Er schaute nach oben. Da, unter der Eiche am Rand der Grube, saß jemand. Ein Fremder. Aber irgendwie hell. Es war ein Engel.

Gideon schaute sich um. Rechts. Links. Hinter sich. Da war niemand anders.

„Meinst du mich?“, fragte Gideon. „Ich bin doch kein Held! Schau mich an! Ich verstecke mich in einer Weinkelter!“

„Gott ist mit dir“, sagte der Engel noch einmal. „Geh und befreie dein Volk.“

„Ich?“ Gideons Stimme quiekte ein bisschen. „Ich bin der Kleinste aus der kleinsten Familie! Ich kann das nicht!“

„Ich bin mit dir“, sagte Gott. „Darum kannst du es.“

Gideon kletterte aus der Grube. Er war immer noch nicht sicher.

„Gott“, sagte er am Abend, „wenn du mir wirklich helfen willst, dann gib mir ein Zeichen. Ich lege dieses Schaffell hier auf den Boden. Wenn morgen früh Tau auf dem Fell ist, aber der Boden rundherum trocken, dann weiß ich, dass du es ernst meinst.“

Am nächsten Morgen rannte Gideon hinaus. Das Fell war klatschnass. Er wrang es aus, und es kam eine ganze Schüssel voll Wasser heraus. Aber der Boden rundherum war staubtrocken.

Gideon kratzte sich am Kopf.

„Gott“, sagte er, „bitte sei nicht böse. Aber kann ich noch ein Zeichen haben? Diesmal umgekehrt. Das Fell soll trocken sein und der Boden nass.“

Und Gott war nicht böse. Gott war geduldig mit ihm. Am nächsten Morgen war das ganze Gras nass und glitzerte vom Tau. Aber das Fell war trocken wie ein frisch gebackenes Brot.

Da wusste Gideon es endlich: Gott meint mich. Den Kleinen. Den Ängstlichen.

Und Gideon ging los. Er hatte immer noch ein bisschen Angst. Aber er ging trotzdem. Und mit Gottes Hilfe hat Gideon sein Volk von den Räubern befreit. Der Kleinste aus der kleinsten Familie!

Gott hatte ihn nicht „kleiner Angsthase“ genannt. Gott hatte ihn „tapferer Held“ genannt. Weil Gott schon wusste, was in ihm steckte.

Auch Kleine und Schwache können Großes bewirken. Wenn Gott mit ihnen ist.

Bibelvers

„Gott ist mit dir, du tapferer Held!“

nach Richter 6,12

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Warum hat der Engel Gideon „tapferer Held“ genannt?
  2. Frage 2: Warum war Gott nicht böse, als Gideon noch ein zweites Zeichen wollte?
  3. Frage 3: Wann fühlst du dich klein – und wann fühlst du dich wie ein Held?

Gebet

Lieber Gott,
Gideon war klein und hatte Angst,
aber du hast ihn einen Helden genannt.
Danke, dass du auch in mir etwas Großes siehst.
Amen.

Ausmalbild

Ausmalbild zu „Gideon versteckt sich – „Du tapferer Held!““ (Vorschau)

Zum Ausdrucken auf A4 (hochkant) – und dann ran an die Stifte!

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