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Kinderbibelprojekt

Karte 33 · Mose und Mirjam · Altes Testament

Bileams Esel sieht mehr

4. Mose 22,21–35 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Gott ist da, auch wenn man ihn nicht sieht

Geschichte

Szene 1: Am frühen Morgen legt Bileam seiner grauen Eselin mit den langen weichen Ohren eine Decke als Sattel auf.

Es war einmal eine Eselin, die hatte ein graues Fell, lange weiche Ohren und sehr wache Augen. Sie gehörte einem Mann, der Bileam hieß. Jeden Tag trug sie ihn auf ihrem Rücken, über Stock und Stein, und nie hatte sie sich beklagt.

An diesem Morgen sattelte Bileam sie früh. Er wollte zu einem König reiten. Dieser König hatte einen bösen Plan: Bileam sollte schlimme Worte über das Volk von Gott sagen. Das gefiel Gott gar nicht. Und so schickte er einen Engel, der sollte sich Bileam in den Weg stellen.

Die Eselin trottete den staubigen Weg entlang. Klipp, klapp, machten ihre Hufe. Bileam saß oben und dachte an den König.

Szene 2: Die Eselin springt mit hochgestellten Ohren vom Weg ins Feld, weil vor ihr ein heller Engel steht; Bileam auf ihrem Rücken schaut verärgert in die andere Richtung.

Da stand auf einmal der Engel mitten auf dem Weg. Groß war er und hell wie die Morgensonne.

Bileam sah ihn nicht. Er sah nur den Weg und die Büsche und die Steine.

Aber die Eselin sah ihn! Ihre Ohren schnellten hoch. Mit einem Satz sprang sie vom Weg hinunter ins Feld, mitten zwischen die Disteln.

„He!“, schimpfte Bileam. „Was soll das, du dummes Tier? Zurück auf den Weg!“ Und er gab ihr einen Schlag mit seinem Stock.

Szene 3: Auf einem Weg zwischen zwei Steinmauern im Weinberg drückt sich die Eselin dicht an die Mauer, vor ihr steht der helle Engel; Bileam verzieht das Gesicht.

Sie gingen weiter. Bald führte der Weg zwischen zwei Weinbergen hindurch, und rechts und links waren Mauern aus rauen Steinen. Und da stand der Engel schon wieder.

Bileam sah nichts. Die Eselin aber drückte sich ganz dicht an die Mauer, um vorbeizukommen. Dabei klemmte sie Bileams Fuß ein.

„Au!“, schrie Bileam und rieb sich den Fuß. Und wieder schlug er sie.

Die Eselin ließ die Ohren hängen. Sie hatte doch nur aufgepasst!

Szene 4: Auf einem ganz schmalen Weg liegt die Eselin im Staub, Bileam sitzt verdutzt obendrauf, vor ihnen steht der helle Engel.

Dann wurde der Weg ganz schmal. So schmal, dass man weder nach rechts noch nach links ausweichen konnte. Und zum dritten Mal stand da der Engel, hell und still.

Da wusste die Eselin sich nicht mehr zu helfen. Sie knickte die Beine ein und legte sich einfach in den Staub. Plumps! Und Bileam saß verdutzt obendrauf.

Jetzt wurde er richtig wütend. Er schimpfte und schlug sie zum dritten Mal.

Szene 5: Die Eselin dreht den Kopf zu Bileam und hat das Maul zum Sprechen geöffnet; Bileam starrt sie mit offenem Mund an.

Da geschah etwas, das noch nie geschehen war. Gott öffnete der Eselin den Mund, und sie fing an zu sprechen. Mit richtigen Worten!

„Bileam“, sagte sie, „was habe ich dir getan? Warum schlägst du mich? Ich bin doch deine treue Eselin. Habe ich dich nicht jeden Tag getragen? Habe ich so etwas jemals gemacht?“

Bileam starrte sie an. Ein Esel, der redet!

„Nein“, sagte er leise. „Das hast du noch nie gemacht.“

Szene 6: Bileam kniet neben dem hellen Engel im Staub und streichelt seiner Eselin liebevoll den Hals.

Und in diesem Augenblick öffnete Gott auch Bileam die Augen. Da sah er den Engel, der vor ihm stand, hell und groß, genau dort, wo seine Eselin nicht hatte weitergehen wollen.

Bileam wurde ganz blass. Er rutschte herunter und fiel auf die Knie. „Ich habe dich nicht gesehen“, flüsterte er.

„Deine Eselin hat mich gesehen“, sagte der Engel. „Dreimal ist sie ausgewichen. Dreimal hat sie dich beschützt.“

Da schämte sich Bileam sehr. Er streichelte der Eselin den Hals und kraulte sie hinter den langen Ohren. „Es tut mir leid“, sagte er. Und die Eselin schnaubte leise und stupste ihn mit ihrer weichen Nase an.

Dann ritt Bileam weiter. Aber er sagte kein einziges böses Wort über das Volk von Gott. Er sagte nur Gutes.

Den ganzen Weg über war Gott da gewesen, und Bileam hatte es nicht gemerkt. Oft sehen wir nur den Weg und die Büsche und die Steine. Aber Gott ist da, auch wenn man ihn nicht sieht.

Bibelvers

„Da öffnete Gott Bileam die Augen, und er sah den Engel.“

nach 4. Mose 22,31

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Warum hat die Eselin den Engel gesehen und Bileam nicht?
  2. Frage 2: Was hättest du an Stelle der Eselin zu Bileam gesagt?
  3. Frage 3: Wo könnte Gott heute da sein, ohne dass wir ihn sehen?

Gebet

Lieber Gott,
Bileam hat dich nicht gesehen, aber du warst da.
Mach mir die Augen auf, damit ich merke,
dass du bei mir bist.
Amen.

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