Karte 28 · Mose und Mirjam · Altes Testament
Mirjam tanzt mit der Pauke
2. Mose 15,19–21 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Danke sagen macht froh
Geschichte
Sie waren drüben. Alle. Die Väter und die Mütter, die Kinder, die Großen und die Kleinen, sogar die Esel und die Schafe. Hinter ihnen lag das Meer, und es rauschte wieder so ruhig, als wäre nichts gewesen.
Die Leute standen am Ufer im Sand und schauten zurück. Keiner sagte ein Wort. Eben noch waren sie mitten durch das Meer gegangen, und rechts und links hatte das Wasser gestanden wie eine Wand. Eben noch hatten sie solche Angst gehabt, dass ihnen die Knie zitterten.
Und jetzt waren sie frei.
Aber das war so groß, dass es noch gar nicht in sie hineinpasste. Sie hielten sich an den Händen und schauten nur. Ein alter Opa stützte sich auf seinen Stock und traute sich nicht einmal zu husten. Ein kleines Mädchen flüsterte: „Mama, ist es jetzt vorbei?“
Mittendrin stand Mirjam. Mirjam war die Schwester von Mose. Ihre Haare waren schon grau, aber ihre Augen blitzten wie bei einem jungen Mädchen. Sie sah die stillen Leute an. Sie sah das Meer an. Und in ihr drin wurde es warm und immer wärmer, bis sie es nicht mehr aushielt.
„Das muss raus“, dachte Mirjam.
Sie griff in ihren Beutel und zog eine Pauke heraus. Eine kleine runde Handpauke war das, mit bunten Bändern und mit Schellen, die leise klingelten.
Mirjam hob die Pauke hoch über den Kopf. Und dann schlug sie darauf.
Bumm!
Die Leute zuckten zusammen.
Bumm! Bumm! Bumm!
Mirjam drehte sich im Kreis, dass ihr Rock flog, und sie sang, so laut sie konnte: „Singt für Gott! Er hat Großes getan! Er hat uns durch das Meer geführt!“
Da klatschte eine Frau in die Hände. Eine zweite fing an, mit den Füßen zu wippen. Eine dritte holte ihr Tamburin, und schon tanzten sie hinter Mirjam her.
Dann kamen die Kinder. Sie hüpften und sprangen und drehten sich, bis ihnen ganz schwindelig war und sie lachend in den Sand plumpsten.
Die Männer standen erst noch steif da. Aber dann pfiff einer auf seiner Flöte. Der nächste stampfte mit dem Fuß. Und bald konnte keiner mehr still stehen.
Sogar der alte Opa, der sich vorhin nicht zu husten getraut hatte, schwenkte seinen Stock durch die Luft. „Juchhe!“, rief er. „Ich tanze mit!“ Und das kleine Mädchen nahm seine Hand und tanzte mit ihm.
Die Esel schrien „I-ah“ dazu. Die Schafe blökten. Und Mirjam schlug ihre Pauke, bumm, bumm, bumm.
„Danke, Gott!“, sangen sie alle. „Du bist stark! Du hast uns gerettet! Niemand ist wie du!“
Und während sie sangen, geschah etwas mit ihnen. Die Angst, die ihnen noch in den Beinen gesteckt hatte, wurde kleiner und kleiner. Sie rutschte einfach weg, wie ein Schatten, wenn die Sonne höher steigt. Dafür wurde etwas anderes groß. Die Leute wurden froh. Richtig froh, vom Kopf bis zu den Zehen.
Mirjam blieb stehen und holte Luft. Ihr Gesicht war rot, und sie strahlte.
„Merkt ihr es?“, sagte sie. „Wenn man Gott Danke sagt, dann wird das Herz ganz weit.“
Das kleine Mädchen legte die Hand auf seine Brust und nickte.
So ist das. Danke sagen macht froh. Probier es heute Abend einmal aus, wenn du in deinem Bett liegst: „Danke, Gott.“ Dann wird es auch in dir ganz warm.
Bibelvers
„Singt für Gott! Denn er hat Großes getan.“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Warum hat Mirjam gerade in diesem Moment angefangen zu singen?
- Frage 2: Wofür würdest du Gott heute gerne mit einem Lied Danke sagen?
- Frage 3: Wollen wir zusammen ein Danke-Lied singen und dazu trommeln?
Gebet
Lieber Gott,
danke! Danke für alles, was du für mich tust.
Ich will dir singen und tanzen wie Mirjam,
weil ich mich so freue.
Amen.
Ausmalbild
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