Karte 29 · Mose und Mirjam · Altes Testament
Brot, das vom Himmel fällt
2. Mose 16 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Gott sorgt für uns und gibt uns, was wir brauchen
Geschichte
Die Wüste ist groß. So weit man schauen kann, gibt es dort nur Sand und Steine und ab und zu einen dornigen Busch. Durch diese Wüste zog das Volk von Gott, viele Tage schon. Und alle hatten Hunger.
Die Bäuche knurrten. Die kleinen Kinder weinten. Und die Großen fingen an zu schimpfen.
„Wären wir doch in Ägypten geblieben!“, riefen sie. „Da gab es Töpfe voll Fleisch! Da gab es Gurken und Zwiebeln und Brot! Und hier? Hier gibt es nur Sand!“
Mose hörte das und seufzte. Dann fragte er Gott: „Was soll ich nur tun?“
Und Gott sagte: „Sag ihnen: Ich lasse Brot vom Himmel regnen.“
Es wurde Nacht, kühl und sternenklar. Alle krochen in ihre Zelte und schliefen mit leerem Bauch ein.
Aber am Morgen, als die Sonne über die Hügel kam, lag draußen etwas. Etwas Feines, Weißes. Es lag auf jedem Stein und auf jedem Busch und überall im Sand, so weit man sehen konnte. Es sah aus wie Raureif. Oder wie Zuckerstaub. Und es glitzerte im ersten Licht.
Ein Junge kroch aus dem Zelt und rieb sich die Augen. Er bückte sich und tippte mit dem Finger hinein.
„Man hu?“, fragte er. Das heißt: Was ist denn das?
Mose lachte. „Das ist das Brot, das Gott euch gibt. Probier nur!“
Der Junge legte sich ein paar Körnchen auf die Zunge. Seine Augen wurden groß und rund. Es war süß! Es schmeckte nach Honig, wie ein frischer Kuchen.
„Mmmh!“, rief er. „Kommt alle her!“
Da liefen sie aus den Zelten, die Kleinen und die Großen, mit Körben und Schüsseln und Krügen. Sie sammelten und kosteten und lachten. Und weil der Junge „Man hu?“ gefragt hatte, nannten sie das Himmelsbrot von nun an Manna.
„Hört zu“, sagte Mose. „Sammelt immer so viel, wie ihr an einem Tag essen könnt. Nicht mehr. Ihr braucht nichts aufzuheben. Morgen früh liegt wieder Neues da. Gott gibt es euch jeden Tag.“
Die meisten nickten. Aber ein Mann dachte bei sich: „Und wenn morgen doch nichts kommt? Was dann? Ich bin doch nicht dumm. Ich hebe mir etwas auf.“
Heimlich stopfte er drei Säcke voll und versteckte sie hinten im Zelt. Dann legte er sich zufrieden schlafen.
Am nächsten Morgen wachte er auf und rümpfte die Nase. Puh! Was roch denn da so? Er band einen Sack auf und schaute hinein. Das Manna war matschig geworden. Würmer krabbelten darin. Und es stank nach altem Käse und faulem Kohl.
Da kam der Mann sich gar nicht mehr schlau vor. Er trug die Säcke weit hinaus vor das Lager.
Und als er zurückkam? Da lag vor seinem Zelt frisches Manna, weiß und süß, genau wie am Tag davor. Der Mann blieb lange davor stehen. Dann holte er sein Körbchen und sammelte so viel, wie er für einen Tag brauchte.
Nur an einem Tag in der Woche war es anders. Am Tag vor dem Sabbat sammelten alle doppelt so viel. Dann blieb es frisch, und am Sabbat, am Ruhetag, musste keiner hinaus zum Sammeln.
So ging das jeden Morgen. Vierzig Jahre lang. Jeden Morgen lag das Manna vor den Zelten, und alle wurden satt.
Gott vergisst uns nicht. Er sorgt für uns und gibt uns, was wir brauchen. Heute. Und morgen wieder.
Bibelvers
„Das ist das Brot, das Gott euch zu essen gibt.“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Wie hat das Manna wohl geschmeckt? Wie stellst du es dir vor?
- Frage 2: Was glaubst du: Warum sollten sie nur für einen Tag sammeln?
- Frage 3: Was hat Gott dir heute gegeben, was du gebraucht hast?
Gebet
Lieber Gott,
du hast deinem Volk jeden Morgen Brot geschenkt.
Du gibst auch mir, was ich brauche.
Danke für unser Essen heute.
Amen.
Ausmalbild
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