Karte 27 · Mose und Mirjam · Altes Testament
Ein Weg mitten durchs Meer
2. Mose 14 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Gott tut große Wunder
Geschichte
Das Volk Israel war auf dem Weg. Endlich frei! Tag um Tag zogen sie durch die Wüste, und Gott ging mit ihnen. Am Tag ging er vor ihnen her in einer großen Wolke, die aussah wie eine riesige weiße Säule. Und in der Nacht leuchtete die Säule wie Feuer, damit sie den Weg sehen konnten.
Mittendrin lief ein kleines Mädchen namens Tirza. Sie trug ihr Lieblingslamm auf dem Arm, ein weiches, weißes Lamm, das ständig an ihren Haaren knabberte.
Eines Abends kamen sie an ein großes Wasser. Das Schilfmeer. Es war so breit, dass man die andere Seite kaum sehen konnte. Die Wellen schwappten ans Ufer, und die Möwen kreischten.
Alle schlugen ihre Zelte am Ufer auf.
Aber dann rief jemand: „Schaut! Schaut da hinten!“
Tirza drehte sich um. Weit hinten, in der Wüste, war eine Staubwolke. Und in der Staubwolke blitzte es. Das waren Streitwagen. Hunderte. Die Soldaten des Pharao! Der Pharao hatte es sich anders überlegt und wollte sie zurückholen!
Da schrien alle durcheinander. „Wir sitzen in der Falle! Vorne das Meer, hinten die Soldaten! Mose, was hast du getan?“
Tirza drückte ihr Lamm ganz fest an sich. Ihr Herz klopfte so laut, dass sie es in den Ohren hörte.
Mose stellte sich auf einen Felsen. „Fürchtet euch nicht!“, rief er. „Bleibt ganz ruhig. Gott wird für euch kämpfen. Heute werdet ihr sehen, wie Gott euch rettet.“
Da bewegte sich die große Wolkensäule. Sie zog nach hinten, zwischen das Volk und die Soldaten. Auf der Seite der Soldaten wurde es dunkel wie in einer Höhle. Auf der Seite von Tirza leuchtete es warm. Die Soldaten kamen nicht näher.
Dann streckte Mose seinen Hirtenstab über das Meer.
Und Gott schickte einen Wind. Einen starken Ostwind. Er blies die ganze Nacht, er heulte und brauste und zerrte an den Zelten. Tirza konnte nicht schlafen. Sie lag da und hörte zu.
Und als der Morgen dämmerte, sah sie etwas, das sie nie mehr vergessen würde.
Das Meer war auseinandergegangen. Rechts stand das Wasser wie eine hohe, glitzernde Mauer. Links stand das Wasser wie eine hohe, glitzernde Mauer. Und in der Mitte war ein Weg. Ein breiter, trockener Weg, mitten durch das Meer.
„Geht!“, rief Mose. „Geht los!“
Und sie gingen. Tausende Menschen, mit Kindern und Omas, mit Eseln und Kamelen. Tirza lief mittendrin, mit ihrem Lamm auf dem Arm. Der Boden unter ihren Füßen war fest und trocken. Und rechts und links, in den Wasserwänden, sah sie Fische schwimmen. Ein großer silberner Fisch schaute sie mit runden Augen an. Tirza winkte ihm.
Sie liefen und liefen, bis sie auf der anderen Seite waren.
Die Soldaten wollten hinterher. Aber die Räder ihrer Wagen blieben im Schlamm stecken. Und dann streckte Mose noch einmal den Stab aus, und das Wasser floss zurück. Die Soldaten kamen nicht hinterher. Das Meer war wieder ein Meer.
Tirza stand am anderen Ufer und schaute zurück. Wo eben noch ein Weg gewesen war, glitzerten jetzt wieder Wellen.
„Mama“, flüsterte sie, „das war Gott, oder?“
„Ja“, sagte die Mama und nahm sie in den Arm. „Das war Gott. Gott tut große Wunder.“
Bibelvers
„Fürchtet euch nicht! Bleibt ruhig und seht, wie Gott euch heute rettet.“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Wie war es, zwischen den Wasserwänden zu laufen?
- Frage 2: Was hat Tirza wohl in der Nacht gedacht, als der Wind so heulte?
- Frage 3: Welches Wunder würdest du Gott gerne mal fragen, wie er das gemacht hat?
Gebet
Lieber Gott,
du hast einen Weg mitten durchs Meer gemacht.
Du kannst große Wunder tun.
Wenn ich keinen Weg sehe, machst du einen.
Amen.
Ausmalbild
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