Karte 24 · Mose und Mirjam · Altes Testament
Ein Baby im Körbchen
2. Mose 2,1–10 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Gott ist da, auch wenn man ihn nicht sieht
Geschichte
In Ägypten regierte ein neuer König. Er hatte Angst vor dem Volk Israel, weil es so groß geworden war. Und er war sehr streng. Für kleine Jungen aus dem Volk Israel war es gefährlich geworden.
In einem kleinen Lehmhaus am Rand der Stadt wohnte eine Familie aus diesem Volk. Die Mama hieß Jochebed. Die große Schwester hieß Mirjam, und sie hatte zwei dunkle Zöpfe und flinke Beine. Und dann war da noch das Baby. Ein kleiner Junge mit runden Wangen und winzigen Fingern.
Drei Monate lang versteckte die Mama das Baby im Haus. Wenn draußen Soldaten vorbeigingen, nahm sie es auf den Arm und summte ganz leise, damit es nicht weinte. Mirjam passte auf wie ein Wachhund.
Aber das Baby wurde größer. Und lauter. Und irgendwann ging das Verstecken nicht mehr.
Da hatte die Mama eine Idee.
Sie ging an den Fluss und schnitt lange, grüne Binsen. Binsen sind feste Halme, die am Wasser wachsen, fast so hoch wie du. Sie setzte sich in die Küche und flocht daraus ein Körbchen. Einen Streifen über, einen Streifen unter, ganz dicht, Reihe um Reihe. Dann holte sie einen Topf mit Pech, das war schwarz und klebrig und roch ein bisschen wie eine heiße Straße. Sie strich das Körbchen innen und außen damit ein, damit kein einziger Tropfen Wasser hineinkam.
Dann legte sie eine weiche Decke hinein. Und dann das Baby.
Sie küsste es auf die Stirn. Sie hatte Tränen in den Augen.
„Gott“, flüsterte sie, „ich kann nicht mehr auf ihn aufpassen. Bitte pass du auf ihn auf.“
Früh am Morgen trugen Mama und Mirjam das Körbchen zum Fluss. Zum großen Nil. Da, wo das Schilf dicht und hoch am Ufer wuchs, setzten sie es vorsichtig aufs Wasser. Es schaukelte ein bisschen, dann lag es still zwischen den grünen Halmen.
Die Mama ging nach Hause. Sie konnte nicht hinschauen.
Aber Mirjam blieb. Sie versteckte sich im Schilf, ein Stück weiter weg, und ließ das Körbchen nicht aus den Augen. Libellen summten um sie herum. Ein Frosch quakte. Ihr Herz klopfte.
Und dann hörte sie Stimmen. Frauenstimmen. Lachen.
Die Prinzessin kam! Die Tochter des Königs, mit ihren Dienerinnen, zum Baden im Fluss.
Mirjam duckte sich ganz tief.
„Schaut mal“, sagte die Prinzessin. „Da im Schilf. Was ist das für ein Korb?“
Eine Dienerin watete hin und holte das Körbchen. Die Prinzessin hob den Deckel.
Da lag das Baby. Und es weinte.
Mirjam hielt die Luft an.
Aber die Prinzessin schimpfte nicht. Sie rief keine Soldaten. Ihr Gesicht wurde ganz weich. „Oh, du Armer“, sagte sie und nahm das Baby auf den Arm. „Du kleiner, armer Kerl.“
Da nahm Mirjam all ihren Mut zusammen. Sie kam aus dem Schilf und lief zur Prinzessin.
„Soll ich eine Frau holen, die das Baby für dich stillen kann?“, fragte sie.
„Ja“, sagte die Prinzessin. „Lauf!“
Und Mirjam lief. Sie lief so schnell wie noch nie in ihrem Leben. Nach Hause. Zu Mama.
Und so kam es, dass die Mama ihr eigenes Baby wieder in den Arm nehmen durfte. Bis es groß war. Und die Prinzessin gab ihm einen Namen: Mose.
Die Mama hatte Gott nicht gesehen. Mirjam hatte Gott nicht gesehen. Aber Gott war da. Im Körbchen, im Schilf und im Herzen der Prinzessin.
Bibelvers
„Die Prinzessin öffnete den Korb und sah das Kind. Und sie hatte Mitleid mit ihm.“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Wie hat sich Mirjam im Schilf gefühlt?
- Frage 2: Wo war Gott in dieser Geschichte versteckt?
- Frage 3: Wer passt auf dich auf, auch wenn du es gar nicht merkst?
Gebet
Lieber Gott,
du hast auf das Baby im Körbchen aufgepasst.
Ich sehe dich nicht,
aber du passt auch auf mich auf.
Amen.
Ausmalbild
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