Karte 25 · Mose und Mirjam · Altes Testament
Der Busch, der brennt und nicht verbrennt
2. Mose 3,1–14 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Gott hört zu, wenn wir beten
Geschichte
Mose war jetzt ein erwachsener Mann. Er wohnte weit weg von Ägypten, in einem Land mit Bergen und Wüste, und er hütete die Schafe seines Schwiegervaters. Jeden Tag zog er mit der Herde herum, von einem Grasfleck zum nächsten, mit einem langen Hirtenstab in der Hand.
An diesem Tag war er besonders weit gegangen. Bis an einen großen Berg, den Berg Horeb. Die Schafe knabberten am dürren Gras, die Sonne brannte, und es war ganz still. Nur die Glöckchen am Hals des Leithammels bimmelten leise.
Ein kleines Lamm hatte sich von der Herde entfernt. Mose ging ihm hinterher, um einen Felsen herum.
Und da sah er es.
Ein Busch. Ein ganz normaler, stachliger Dornbusch, wie es Tausende in der Wüste gab. Aber dieser Busch brannte. Flammen züngelten aus seinen Zweigen, rot und gelb und orange, und es knisterte und flackerte.
Mose blieb stehen und starrte.
Der Busch brannte. Aber er verbrannte nicht. Die Blätter wurden nicht schwarz. Die Zweige fielen nicht zu Asche. Er brannte und brannte, und nichts ging kaputt.
„Das muss ich mir genauer ansehen“, murmelte Mose und ging näher heran.
Da rief eine Stimme aus dem Busch.
„Mose! Mose!“
Mose zuckte zusammen. Das Lamm versteckte sich hinter seinen Beinen.
„Hier bin ich“, sagte Mose mit zittriger Stimme.
„Komm nicht näher“, sagte die Stimme. „Und zieh deine Schuhe aus. Der Boden, auf dem du stehst, ist heilig.“ Heilig heißt: Hier ist Gott ganz nah.
Mose bückte sich schnell und band seine Sandalen auf. Der Sand war warm unter seinen Füßen.
„Ich bin der Gott deiner Väter“, sagte die Stimme. „Der Gott von Abraham, Isaak und Jakob.“
Da verbarg Mose sein Gesicht in den Händen. Er traute sich nicht hinzuschauen.
„Mose“, sagte Gott, „ich habe gesehen, wie schlecht es meinem Volk in Ägypten geht. Sie müssen schuften, von morgens bis abends, und werden geschlagen. Und ich habe ihr Rufen gehört. Jeden Abend haben sie zu mir geschrien und gebetet. Ich habe jedes Wort gehört. Und jetzt komme ich, um ihnen zu helfen.“
Mose ließ die Hände sinken. Gott hatte zugehört! All die Jahre hatte Gott zugehört!
„Und du“, sagte Gott, „du sollst zum Pharao gehen und mein Volk herausführen.“
„Ich?“ Mose wurde ganz blass. „Wer bin ich denn? Ich bin doch nur ein Hirte. Ich kann nicht mal gut reden.“
„Ich werde bei dir sein“, sagte Gott.
„Aber wenn die Leute fragen, wer mich geschickt hat? Wie heißt du denn?“
Und Gott sagte seinen Namen. „Ich bin, der ich bin. Ich bin da. Sag ihnen: Der Ich-bin-da hat mich geschickt.“
Mose stand noch lange barfuß vor dem brennenden Busch. Dann nahm er das kleine Lamm auf den Arm und ging zurück zur Herde.
Die Menschen in Ägypten hatten zu Gott gerufen. Und Gott hatte sie gehört. Gott hört zu, wenn wir beten. Jedes Mal.
Bibelvers
„Ich habe das Rufen meines Volkes gehört. Ich weiß, wie es ihnen geht.“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Warum hat der Busch gebrannt, aber nicht verbrannt?
- Frage 2: Warum musste Mose wohl seine Schuhe ausziehen?
- Frage 3: Gott heißt „Ich bin da“. Was denkst du, wenn du diesen Namen hörst?
Gebet
Lieber Gott,
du hast gehört, wie dein Volk zu dir gerufen hat.
Du hörst auch mich, wenn ich bete.
Danke, dass du „Ich bin da“ heißt.
Amen.
Ausmalbild
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