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Kinderbibelprojekt

Karte 17 · Jakob · Altes Testament

Jakobs Traum von der Himmelsleiter

1. Mose 28,10–22 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Gott bleibt bei uns, auch wenn wir Fehler machen

Geschichte

Jakob war allein unterwegs. Schon den ganzen Tag. Er hatte einen Wanderstab in der Hand und einen kleinen Beutel über der Schulter, und seine Sandalen waren staubig vom langen Weg.

Er war weggelaufen. Von zu Hause. Weil er seinen Bruder Esau beschummelt hatte und Esau jetzt sehr, sehr wütend auf ihn war.

Als die Sonne unterging, war Jakob mitten im Nirgendwo. Kein Haus, kein Zelt, kein Mensch. Nur Steine und dürres Gras und ein paar Hügel, die im Abendlicht erst rot wurden und dann grau.

Jakob war so müde, dass seine Beine zitterten. Er suchte sich einen flachen Platz zum Schlafen. Dann nahm er einen Stein, einen glatten, runden, und legte ihn sich als Kopfkissen hin. Weich war das nicht. Aber etwas anderes hatte er nicht.

Er legte sich hin und schaute in den dunklen Himmel.

„Gott ist bestimmt auch böse auf mich“, dachte Jakob. „Ich habe geschummelt. Ich habe gelogen. Jetzt bin ich ganz allein.“

Irgendwo heulte ein Schakal. Jakob zog seinen Mantel fester um sich. Und irgendwann, trotz des harten Steins, schlief er ein.

Und dann träumte er.

Er träumte von einer Leiter. Nein, eigentlich war es mehr eine Treppe. Eine riesige, leuchtende Treppe, die genau neben ihm auf der Erde stand und hinaufreichte bis in den Himmel. Bis ganz oben, wo es so hell war, dass man kaum hinschauen konnte.

Und auf der Treppe waren Engel. Viele Engel. Sie stiegen hinauf und hinunter, hinauf und hinunter, so wie Menschen, die beschäftigt sind. Ihre Gewänder schimmerten, und ihre Schritte klangen wie leise Glöckchen.

Und ganz oben stand Gott.

Jakob hielt den Atem an. Jetzt, dachte er. Jetzt schimpft Gott mit mir.

Aber Gott schimpfte nicht.

„Jakob“, sagte Gott, und seine Stimme war tief und warm, „ich bin der Gott von deinem Opa Abraham und von deinem Papa Isaak. Und ich bin auch dein Gott. Ich bin bei dir. Ich behüte dich, wohin du auch gehst. Und ich bringe dich wieder nach Hause. Ich lasse dich nicht allein.“

Dann wurde es still.

Jakob wachte auf. Der Himmel war schon hellgrau, und die ersten Vögel fingen an zu zwitschern. Der Stein unter seinem Kopf war kalt und hart wie vorher. Keine Treppe. Keine Engel.

Aber Jakob setzte sich auf und hatte Tränen in den Augen.

„Gott ist hier“, flüsterte er. „An diesem Ort. Und ich hab es nicht gewusst!“

Er hatte gedacht, Gott wäre böse und weit weg. Aber Gott war ihm nachgegangen. Mitten in die Wüste. Obwohl er geschummelt hatte.

Jakob stellte den Stein, auf dem er geschlafen hatte, aufrecht hin. Wie ein kleines Denkmal. Er goss ein bisschen Öl darüber. Und er nannte den Ort Bethel. Das heißt: Haus Gottes.

Dann nahm er seinen Wanderstab und ging weiter. Er war immer noch allein unterwegs. Aber er war nicht mehr einsam.

Jakob hatte einen Fehler gemacht. Aber Gott ist trotzdem bei ihm geblieben. So ist Gott.

Bibelvers

„Ich bin mit dir. Ich behüte dich, wohin du auch gehst.“

nach 1. Mose 28,15

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Warum hat Gott nicht mit Jakob geschimpft?
  2. Frage 2: Wie sieht die Treppe in den Himmel in deiner Vorstellung aus?
  3. Frage 3: Wo ist für dich ein Ort, an dem du spürst, dass Gott da ist?

Gebet

Lieber Gott,
auch wenn ich etwas falsch gemacht habe,
gehst du mir nach und bleibst bei mir.
Behüte mich, wohin ich auch gehe.
Amen.

Ausmalbild

Ausmalbild zu „Jakobs Traum von der Himmelsleiter“ (Vorschau)

Zum Ausdrucken auf A4 (hochkant) – und dann ran an die Stifte!

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