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Kinderbibelprojekt

Karte 16 · Jakob · Altes Testament

Jakob schummelt

1. Mose 27,1–45 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Ehrlich sein ist wichtig, auch wenn es unangenehm wird

Geschichte

Isaak und Rebekka hatten zwei Söhne. Zwillinge. Aber die zwei waren so verschieden wie Tag und Nacht.

Esau war der Ältere. Er war groß und stark und hatte ganz viele rote Haare, sogar auf den Armen. Er war am liebsten draußen auf der Jagd.

Jakob war der Jüngere. Er hatte glatte Arme und blieb lieber zu Hause bei den Zelten. Er konnte richtig gut kochen.

Nun war Vater Isaak alt geworden. Er konnte kaum noch sehen. Und eines Tages rief er Esau zu sich.

„Esau“, sagte er, „ich bin alt. Bevor ich sterbe, will ich dich segnen. Geh auf die Jagd und mach mir mein Lieblingsessen. Dann bekommst du den Segen.“

Der Segen war etwas ganz Besonderes. Der älteste Sohn bekam ihn. Mit dem Segen sagte der Vater: Du sollst es gut haben, und Gott soll mit dir sein.

Aber Rebekka hatte gelauscht. Und sie wollte, dass Jakob den Segen bekam.

„Jakob“, flüsterte sie, „schnell! Hol zwei Zicklein. Ich koche das Essen. Du bringst es deinem Vater. Und du sagst, du bist Esau.“

Jakob bekam einen Schreck. „Aber Mama! Papa merkt das doch! Esau hat haarige Arme. Wenn Papa mich anfasst, merkt er, dass ich schummle.“

Aber Rebekka hatte an alles gedacht. Sie zog Jakob Esaus Kleider an. Und um seine Arme und seinen Hals wickelte sie Ziegenfelle, damit sie sich haarig anfühlten.

Dann ging Jakob mit dem Essen ins Zelt. Sein Herz klopfte so laut, dass er dachte, der Vater müsste es hören.

„Wer bist du?“, fragte Isaak.

Jakob schluckte. „Ich bin Esau“, sagte er.

„Komm her“, sagte Isaak. „Ich will dich anfassen.“

Jakob trat ganz nah heran. Isaak tastete über die Ziegenfelle. „Komisch“, murmelte er. „Die Stimme ist Jakobs Stimme. Aber die Arme sind Esaus Arme.“

Und dann aß Isaak das Essen und segnete Jakob.

Jakob ging hinaus. Er hatte es geschafft. Er hatte den Segen!

Aber er freute sich gar nicht. In seinem Bauch war ein Gefühl wie ein schwerer, kalter Stein.

Kurz danach kam Esau von der Jagd zurück. Er kochte das Essen und brachte es fröhlich zum Vater. „Hier, Papa! Jetzt bin ich da!“

„Wer bist du?“, fragte Isaak erschrocken.

„Ich bin Esau!“

Da fing der alte Isaak an zu zittern. Und als Esau verstand, was passiert war, schrie er laut auf und weinte. So bitter, dass man es im ganzen Lager hörte.

Und dann wurde Esau wütend. Sehr, sehr wütend auf Jakob.

„Jakob, du musst weg“, flüsterte Rebekka. „Geh zu deinem Onkel Laban, weit weg. Bis dein Bruder sich beruhigt hat.“

Am nächsten Morgen ging Jakob los. Ganz allein. Er drehte sich noch einmal um. Da war das Zelt. Da war seine Mama. Und irgendwo da drinnen war sein Bruder, der ihn jetzt hasste.

„Ich habe den Segen“, dachte Jakob. „Aber ich habe meinen Bruder verloren. Und mein Zuhause.“

Das Schummeln hatte sich nur ganz kurz gut angefühlt. Danach war alles kaputt. Ehrlich sein ist manchmal unangenehm. Aber ehrlich sein ist wichtig.

Bibelvers

„Dein Bruder ist gekommen und hat dich überlistet.“

nach 1. Mose 27,35

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Warum hat sich Jakob gar nicht gefreut, obwohl er den Segen hatte?
  2. Frage 2: Wie fühlt es sich an, wenn man geschummelt hat?
  3. Frage 3: Was hätte Jakob anders machen können?

Gebet

Lieber Gott,
manchmal ist es schwer, die Wahrheit zu sagen.
Mach mir Mut, ehrlich zu sein,
auch wenn es unangenehm ist.
Amen.

Ausmalbild

Ausmalbild zu „Jakob schummelt“ (Vorschau)

Zum Ausdrucken auf A4 (hochkant) – und dann ran an die Stifte!

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