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Kinderbibelprojekt

Karte 15 · Abraham und Sara · Altes Testament

Rebekka gibt den Kamelen zu trinken

1. Mose 24,1–27 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Hilf dem, der Hilfe braucht – auch wenn er dir fremd ist

Geschichte

Abraham war nun sehr alt, und sein Haar war weiß geworden. Sein Sohn Isaak aber war ein großer Mann, und es war Zeit, dass er eine Frau fand.

Da rief Abraham seinen Knecht Elieser. „Reise in das Land, aus dem ich komme“, sagte er. „Dort suche eine Frau für Isaak. Eine mit einem guten Herzen.“

Elieser nahm zehn Kamele und zog los. Es war ein weiter Weg, durch Sand und Staub und heißen Wind. Viele Tage war er unterwegs.

An einem Abend kam er endlich an. Vor der Stadt war ein Brunnen, und dort hielt er an. Seine Füße taten weh. Seine Kehle war ganz trocken. Und die Kamele ließen die Köpfe hängen, so durstig waren sie.

Elieser sah zur Stadt hinüber. So viele Häuser! So viele fremde Menschen! Wie sollte er hier die Richtige finden? Er kannte doch niemanden.

Da betete er leise: „Gott, ich weiß nicht, wer sie ist. Aber du weißt es. Bitte zeig sie mir. Wenn ein Mädchen kommt und ich bitte sie um Wasser, und sie sagt: ‚Trink nur, und deinen Kamelen gebe ich auch‘ – dann weiß ich, dass sie es ist.“

Er hatte kaum zu Ende gebetet, da kam ein Mädchen den Weg herunter. Sie trug einen großen Krug auf der Schulter und summte vor sich hin. Rebekka hieß sie.

Rebekka stieg zum Brunnen hinab und füllte ihren Krug. Als sie wieder heraufkam, ging Elieser zu ihr hin.

„Bitte“, sagte er, „gib mir einen Schluck Wasser.“

Rebekka sah ihn an. Sie sah einen fremden Mann, staubig von oben bis unten und sehr, sehr müde.

„Trink nur!“, sagte sie und hielt ihm den Krug hin. Und Elieser trank und trank.

Dann schaute Rebekka zu den Kamelen. Die standen da mit ihren trockenen Mäulern und sahen sie mit ihren großen dunklen Augen an.

„Die Armen“, sagte Rebekka. „Die haben ja auch Durst. Warte, für die schöpfe ich auch.“

Nun muss man wissen: Ein Kamel, das lange durch die Wüste gelaufen ist, kann eine ganze Badewanne leer trinken. Und hier standen zehn.

Aber Rebekka lief schon los. Hinunter zum Brunnen, den Krug voll, wieder herauf und alles in den Trog gegossen. Schwapp! Das erste Kamel schlürfte, schlapp, schlapp, schlapp, und schon war der Trog wieder leer.

Also wieder hinunter. Wieder herauf. Schwapp!

Das zweite Kamel. Das dritte. Das vierte. Rebekkas Arme wurden schwer. Ihr Kleid war nass und ihr Gesicht ganz rot. Aber sie hörte nicht auf.

„Gleich habt ihr es geschafft“, sagte sie zu den Kamelen, und dabei war sie es doch, die alles schaffen musste.

Das fünfte, das sechste, das siebte. Puh! Das achte und das neunte. Und endlich hob auch das zehnte Kamel den Kopf aus dem Trog und war zufrieden.

Elieser hatte die ganze Zeit still dagestanden und gestaunt. Dieses Mädchen kannte ihn doch gar nicht! Er war nur ein Fremder. Und trotzdem hatte sie ihm geholfen, ohne zu fragen, wer er war und was sie dafür bekommt.

In seinem Herzen wurde es warm. „Danke, Gott“, sagte er. „Du hast mich gehört.“

Rebekka strich sich die nassen Haare aus dem Gesicht und lachte.

Später ging Elieser mit zu ihrer Familie, und es wurde viel geredet und erzählt. Und am Ende zog Rebekka mit ihm fort und wurde Isaaks Frau.

Aber das Schönste war schon am Brunnen geschehen: Da war einer müde und fremd und brauchte Hilfe. Und Rebekka hat einfach geholfen.

Bibelvers

„Trink nur! Und für deine Kamele will ich auch Wasser schöpfen.“

nach 1. Mose 24,18–19

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Warum hat Rebekka einem Fremden so viel geholfen?
  2. Frage 2: Wie hat sich der Knecht wohl gefühlt, als sie auch die Kamele getränkt hat?
  3. Frage 3: Wem könntest du helfen, den du gar nicht so gut kennst?

Gebet

Lieber Gott,
Rebekka hat einem Fremden geholfen,
obwohl es ganz schön anstrengend war.
Mach mein Herz so weit wie ihres.
Amen.

Ausmalbild

Ausmalbild zu „Rebekka gibt den Kamelen zu trinken“ (Vorschau)

Zum Ausdrucken auf A4 (hochkant) – und dann ran an die Stifte!

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