Karte 99 · Zum Schluss · Neues Testament
Gott wohnt bei den Menschen
Offenbarung 21,1–5 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Gott tröstet, wenn man traurig ist
Geschichte
Johannes war sehr alt geworden. Er war einer der Freunde von Jesus gewesen, damals, vor vielen, vielen Jahren. Er war dabei gewesen, als Jesus Kinder gesegnet hatte und Brot geteilt und über das Wasser gegangen war. Er war dabei gewesen am traurigsten Freitag. Und er war dabei gewesen am Ostermorgen, als er mit Petrus zum leeren Grab gerannt war.
Jetzt war Johannes allein. Er lebte auf einer kleinen Insel im Meer, die Patmos hieß. Man hatte ihn dorthin geschickt, weil er von Jesus erzählt hatte. Die Insel war felsig und karg. Es gab ein paar Ziegen und ein paar Olivenbäume und sehr viel Wind.
Johannes saß oft auf einem Felsen und schaute aufs Meer. Und manchmal war er traurig. Er vermisste seine Freunde. Er vermisste Jesus. Und er dachte an all die Menschen auf der Welt, die traurig waren und weinten.
Eines Tages, als Johannes wieder auf seinem Felsen saß, zeigte ihm Gott etwas. Es war wie ein Traum, aber Johannes war ganz wach.
Johannes sah einen neuen Himmel. Und eine neue Erde. Alles war neu. Alles war hell und frisch, wie ein Morgen nach dem Regen, wenn alles glitzert.
Und dann sah er eine Stadt. Eine wunderschöne Stadt, die vom Himmel herunterkam. Sie leuchtete wie ein Edelstein, wie tausend Edelsteine. Ihre Mauern funkelten in allen Farben: grün wie Smaragde, blau wie Saphire, rot wie Rubine. Ihre Tore waren aus riesigen, schimmernden Perlen. Und ihre Straßen waren aus Gold, so klar, dass sie aussahen wie Glas.
In dieser Stadt brauchte man keine Sonne und keine Lampen. Denn Gott selbst war das Licht. Und es wurde nie mehr Nacht.
Mitten durch die Stadt floss ein Fluss mit Wasser, so klar wie Kristall. Und an seinen Ufern wuchsen Bäume, die jeden Monat Früchte trugen.
Johannes schaute und schaute. Sein Herz klopfte vor Staunen.
Und dann hörte er eine Stimme. Eine laute, warme Stimme vom Thron Gottes.
„Schau“, sagte die Stimme, „jetzt wohnt Gott bei den Menschen. Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein.
Und Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen.
Es wird kein Weinen mehr geben. Keine Schmerzen. Keine Traurigkeit. Kein Tod. Denn das Alte ist vorbei.“
Und dann sagte Gott:
„Siehe, ich mache alles neu!“
Johannes saß auf seinem Felsen und weinte. Aber diesmal nicht vor Traurigkeit. Diesmal vor Freude.
Er stellte sich vor, wie Gott zu jedem Menschen kommt. Zu jedem, der jemals traurig war. Zu jedem Kind, das nachts geweint hat. Und wie Gott sich zu ihm herunterbeugt und ihm ganz sanft die Tränen abwischt. So wie eine Mama. So wie ein Papa.
Dann nahm Johannes eine Schriftrolle und schrieb alles auf. Damit alle Menschen es erfahren. Auch du.
Das ist die letzte Geschichte in der Bibel. Aber sie ist eigentlich gar kein Ende. Sie ist ein Anfang. Denn Gott macht alles neu.
Und bis dahin, bis zu diesem Tag, ist Gott schon jetzt bei dir. Wenn du traurig bist, tröstet er dich. Gott tröstet, wenn man traurig ist.
Bibelvers
„Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen. Siehe, ich mache alles neu!“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Wie sieht die neue Stadt aus? Welche Farbe magst du am liebsten daran?
- Frage 2: Wie fühlt es sich an, wenn jemand dir die Tränen abwischt?
- Frage 3: Was würdest du Gott gerne einmal fragen, wenn du ihn in dieser Stadt triffst?
Gebet
Lieber Gott,
eines Tages wischst du alle Tränen ab
und machst alles neu.
Bis dahin bist du schon jetzt bei mir und tröstest mich.
Amen.
Ausmalbild
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