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Kinderbibelprojekt

Karte 97 · Die ersten Christen: Petrus und Paulus · Neues Testament

Paulus im Korb über die Mauer

Apostelgeschichte 9,19–25 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Zusammen ist man stärker als allein

Geschichte

Du kennst doch Saulus? Das war der Mann, der zuerst so wütend auf die Freunde von Jesus gewesen war. Aber dann war ihm Jesus begegnet, und seitdem war alles anders. Später nannte man ihn Paulus.

Jetzt lief Saulus durch die Stadt Damaskus und erzählte es jedem: „Jesus lebt! Er ist Gottes Sohn!“

Die Leute wunderten sich. „Ist das nicht der, der die Christen verfolgt hat?“, fragten sie. „Und jetzt gehört er selbst zu ihnen?“

Manche aber wunderten sich nicht bloß. Sie wurden zornig. Das waren die Männer, mit denen Saulus früher zusammen gewesen war.

„Er hat uns verraten“, sagten sie. „Den fangen wir uns.“

Und sie stellten Wachen an alle Stadttore. Am Tag und in der Nacht standen sie dort und passten auf.

Saulus saß in einem Haus und wusste nicht weiter. Um die Stadt lief eine hohe, dicke Mauer. Hinaus kam man nur durch die Tore. Und an den Toren warteten sie auf ihn.

„Allein schaffe ich das nicht“, dachte er. Und er bekam Angst.

Aber Saulus war ja nicht allein. Nicht mehr. Er hatte jetzt Freunde: die Christen von Damaskus. Am Anfang hatten sie sich vor ihm gefürchtet. Jetzt hatten sie ihn lieb. Und sie saßen bei ihm und überlegten.

„Durch das Tor geht es nicht“, sagte einer.

„Über die Mauer klettern? Die ist viel zu hoch“, sagte ein anderer.

Da sprang eine Frau auf. „Ich weiß etwas!“, rief sie. „Mein Haus ist doch direkt an die Stadtmauer gebaut. Es hat oben ein Fenster, das nach draußen geht. Und ich habe einen großen Korb. Wenn wir ein starkes Seil daran binden …“

„… dann lassen wir ihn einfach hinunter!“, riefen die anderen.

Saulus sah von einem zum anderen. Das alles wollten sie für ihn tun?

Sie warteten, bis es Nacht war. Dann schlichen sie durch die dunklen Gassen bis zu dem Haus an der Mauer. Niemand sagte ein Wort.

Oben am Fenster stand der Korb bereit. Saulus kletterte hinein. Es war sehr eng. Er musste die Knie bis ans Kinn ziehen, und der Korb roch ein bisschen nach Zwiebeln.

Saulus schaute durch das Fenster nach unten. Schwarz war es da und sehr tief. Sein Herz klopfte.

„Hab keine Angst“, flüsterte die Frau. „Wir halten dich. Wir alle zusammen.“

Und dann packten sie das Seil. Die Großen und die Kleineren, einer hinter dem anderen, viele Hände an einem Seil. Vorsichtig hoben sie den Korb durch das Fenster hinaus.

Jetzt hing Saulus in der Luft. Der Korb drehte sich und schaukelte im Nachtwind. Saulus hielt sich am Rand fest und wagte kaum zu atmen. Über sich sah er das Seil. Es war straff gespannt. Es ruckelte nicht ein bisschen. So fest hielten sie ihn.

Stück für Stück ließen sie ihn hinunter. Langsam. Leise. Den Freunden brannten die Hände, aber keiner ließ los.

Dann setzte der Korb im Gras auf. Plumps.

Saulus krabbelte heraus und streckte seine Beine. Er sah nach oben. Im Fenster drängten sich die Köpfe seiner Freunde. Er winkte ihnen zu, und sie winkten zurück, ganz leise.

Am Stadttor standen immer noch die Wachen und merkten nichts.

Saulus aber wanderte hinaus in die Nacht. Er war frei. Und er dachte an all die Hände am Seil.

Allein hätte er es niemals geschafft. Aber er hatte Freunde gehabt. Zusammen ist man stärker als allein.

Bibelvers

„Seine Freunde ließen ihn nachts in einem Korb über die Stadtmauer hinunter.“

nach Apostelgeschichte 9,25

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Wie war es für Saulus, ganz eng im Korb zu sitzen?
  2. Frage 2: Wie viele Freunde mussten wohl am Seil ziehen?
  3. Frage 3: Wobei hast du schon mal mit anderen zusammen etwas geschafft, was allein nicht ging?

Gebet

Lieber Gott,
Saulus hatte Freunde, die ihm geholfen haben.
Danke für meine Freunde.
Zusammen sind wir stark.
Amen.

Ausmalbild

Ausmalbild zu „Paulus im Korb über die Mauer“ (Vorschau)

Zum Ausdrucken auf A4 (hochkant) – und dann ran an die Stifte!

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