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Kinderbibelprojekt

Karte 9 · Noah · Altes Testament

Die Taube und der Regenbogen

1. Mose 8,6–9,17 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Gott hält seine Versprechen

Geschichte

Es hatte geregnet. Tag und Nacht und Tag und Nacht, vierzig Tage lang. Und in der Arche war es eng und warm und ein bisschen muffig. Es roch nach Heu und nach nassem Fell. Die Kühe muhten, die Hühner gackerten, und der Elefant trat Noah ständig aus Versehen auf den Fuß.

Dann, eines Morgens, war es plötzlich still.

Kein Prasseln mehr auf dem Dach. Kein Trommeln an den Wänden. Nur ein leises Plätschern, als ob das Wasser selbst müde geworden wäre.

„Es hat aufgehört“, flüsterte Noahs Frau.

Aber rundherum war noch immer nur Wasser. Wasser bis zum Himmel. Die Arche schaukelte darauf wie eine Nussschale in der Badewanne. Und so schaukelte sie weiter, Tag um Tag, und alle warteten.

Irgendwann gab es einen Ruck. Die Arche war aufgesessen, auf der Spitze eines hohen Berges. Aber sehen konnte man noch nichts als Wasser.

Da öffnete Noah das Fenster.

Er nahm einen Raben und ließ ihn fliegen. Der Rabe flog hin und her und her und hin, und krächzte, und kam nicht zur Ruhe.

Dann nahm Noah eine Taube. Eine kleine, weiße Taube mit rosa Füßen. Er hielt sie einen Moment an seine Wange, dann warf er sie hoch.

Die Taube flog weit hinaus. Noah stand am Fenster und wartete. Und wartete. Und am Abend kam die Taube zurück. Ganz müde. Sie hatte nirgends einen Platz zum Ausruhen gefunden. Noah streckte die Hand aus, und sie setzte sich darauf.

„Noch nicht“, sagte Noah leise. „Noch nicht.“

Sieben Tage später ließ er sie wieder fliegen. Und am Abend, als die Sonne schon rot über dem Wasser lag, kam sie zurück. Und in ihrem Schnabel trug sie etwas Grünes.

Ein Blatt. Ein frisches, grünes Olivenblatt.

Noah hielt es ganz vorsichtig zwischen zwei Fingern. Er drehte es hin und her. Und dann fing er an zu lachen, und seine Frau lachte mit, und seine Söhne lachten, und sogar der Elefant trompetete.

„Es gibt wieder Bäume!“, rief Noah. „Irgendwo draußen wächst wieder etwas!“

Noch einmal sieben Tage später flog die Taube wieder los. Und diesmal kam sie nicht zurück. Sie hatte einen Baum gefunden, auf dem sie wohnen konnte.

Da machte Noah die große Tür auf.

Die Sonne schien. Die Erde war nass und dampfte, und überall glitzerten Pfützen. Die Tiere stürmten hinaus, die Hasen hoppelten, die Vögel flatterten, die Schweine wälzten sich im Schlamm vor lauter Glück.

Und dann sprach Gott zu Noah.

„Ich verspreche dir etwas“, sagte Gott. „Nie wieder soll so eine große Flut kommen. Solange es die Erde gibt, soll es Sommer und Winter geben, Tag und Nacht, Säen und Ernten. Und damit du es nicht vergisst, schenke ich dir ein Zeichen.“

Da spannte sich über den Himmel ein Bogen. Rot und orange und gelb, grün und blau und lila. So schön, dass alle ganz still wurden.

Der erste Regenbogen.

Und Gott hat sein Versprechen gehalten. Bis heute. Jedes Mal, wenn du einen Regenbogen siehst, kannst du daran denken: Gott hält, was er verspricht.

Bibelvers

„Meinen Bogen setze ich in die Wolken. Er soll das Zeichen sein für mein Versprechen.“

nach 1. Mose 9,13

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Warum hat Noah so gelacht, als er das kleine Blatt gesehen hat?
  2. Frage 2: Wie war es wohl, so lange in der Arche zu warten?
  3. Frage 3: Hast du schon mal einen Regenbogen gesehen? Welche Farbe magst du daran am liebsten?

Gebet

Lieber Gott,
du hast Noah ein Versprechen gegeben
und du hast es gehalten.
Danke, dass ich mich auf dich verlassen kann.
Amen.

Ausmalbild

Ausmalbild zu „Die Taube und der Regenbogen“ (Vorschau)

Zum Ausdrucken auf A4 (hochkant) – und dann ran an die Stifte!

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