Karte 10 · Abraham und Sara · Altes Testament
Abraham packt seine Sachen
1. Mose 12,1–9 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Gott ist da, auch wenn man ihn nicht sieht
Geschichte
Abraham wohnte in einer Stadt namens Haran. Er hatte ein Haus mit einem Hof, er hatte Schafe und Ziegen und Kamele, und er hatte seine Frau Sara, die er sehr lieb hatte. Es war ein gutes Leben.
Eines Abends, als Abraham draußen saß und die Sterne anschaute, sprach Gott zu ihm.
„Abraham“, sagte Gott, „pack deine Sachen. Verlass dein Land und dein Haus. Und geh in ein Land, das ich dir zeigen werde.“
Abraham saß ganz still.
Dann ging er ins Haus zu Sara. „Sara“, sagte er, „wir ziehen um.“
Sara ließ den Kochlöffel sinken. „Umziehen? Wohin denn?“
„Das weiß ich noch nicht“, sagte Abraham. „Gott zeigt es uns.“
„Du weißt nicht, wohin wir gehen?“ Sara schaute ihn an, als hätte er gesagt, dass die Kamele fliegen können.
„Nein“, sagte Abraham. „Aber Gott weiß es.“
Sara war lange still. Dann band sie ihre Schürze ab. „Gut“, sagte sie. „Dann packen wir.“
Und sie packten. Die Zelte wurden zusammengerollt. Die Töpfe und Krüge wurden in Tücher gewickelt. Die Säcke mit Mehl und Datteln wurden auf die Kamele geladen, und die Kamele beschwerten sich laut, wie Kamele das eben tun. Abrahams Neffe Lot kam auch mit und seine Hirten und die Mägde und Knechte, also die Frauen und Männer, die bei ihnen arbeiteten. Und natürlich alle Schafe und Ziegen.
Am Morgen, als sie losgingen, drehte Sara sich noch einmal um. Da war ihr Haus. Da war der Brunnen, an dem sie so oft Wasser geholt hatte. Sara musste ein bisschen weinen.
Abraham nahm ihre Hand. „Gott geht mit uns“, sagte er.
„Aber ich sehe ihn nicht“, sagte Sara leise.
„Ich auch nicht“, sagte Abraham. „Und trotzdem ist er da.“
Dann zogen sie los. Tag um Tag. Durch Staub und Sonne, über Hügel und durch Täler. Nachts schlugen sie ihre Zelte auf, und die Schafe drängten sich aneinander.
In einer Nacht, draußen in der Wüste, war es so dunkel, dass Sara nicht einmal ihre eigene Hand sehen konnte. Irgendwo heulte ein Schakal. Sara zog die Decke bis zur Nase.
„Abraham“, flüsterte sie, „bist du wach?“
„Ja“, flüsterte Abraham zurück.
„Ist Gott jetzt auch da? Hier, in der Wüste, im Dunkeln?“
„Ja“, sagte Abraham. „Gerade hier.“
Und komisch – da wurde Sara ganz ruhig. Sie hörte den Wind am Zelt und das Atmen der Schafe. Und dann schlief sie ein.
Nach vielen Wochen kamen sie in ein Land mit grünen Hügeln und großen Eichenbäumen. Da sprach Gott wieder zu Abraham: „Dieses Land will ich dir und deinen Kindern schenken.“
Abraham sammelte Steine und baute einen kleinen Altar, einen Platz zum Beten. Und überall, wo sie später hinkamen, baute er wieder so einen Steinplatz. Damit sie nie vergaßen: Gott ist hier. Auch hier.
Man kann Gott nicht sehen. Aber Gott ist da. Auf dem Weg und in der Wüste und im Dunkeln. So wie bei Abraham und Sara.
Bibelvers
„Geh in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich will dich segnen.“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Was hat Sara am meisten vermisst, als sie losgegangen sind?
- Frage 2: Woran merkt man, dass Gott da ist, auch wenn man ihn nicht sieht?
- Frage 3: Wenn du ganz weit weg ziehen müsstest – was würdest du unbedingt mitnehmen?
Gebet
Lieber Gott,
ich kann dich nicht sehen,
aber du bist da.
Geh mit mir, wohin ich auch gehe.
Amen.
Ausmalbild
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