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Kinderbibelprojekt

Karte 69 · Weihnachten und Kindheit Jesu · Neues Testament

Die Flucht nach Ägypten

Matthäus 2,13–15.19–23 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Gott ist stärker als alles, was uns Angst macht

Geschichte

Szene 1: Nachts im dunklen kleinen Haus schläft Josef auf seiner Matte; über ihm erscheint im Traum ein ernster, leuchtender Engel.

Es war mitten in der Nacht. Das kleine Haus in Betlehem war dunkel und still. Maria schlief. Das Jesuskind schlief in seinem Bettchen und hatte den Daumen im Mund. Und auch Josef schlief.

Aber dann träumte Josef.

Ein Engel stand in seinem Traum. Und diesmal sah der Engel sehr ernst aus.

„Josef“, sagte der Engel, „steh auf! Schnell! Nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten. König Herodes ist böse. Er will dem Kind etwas antun. Bleibt in Ägypten, bis ich dir sage, dass ihr zurückkommen könnt.“

Szene 2: Im dunklen Zimmer packen Josef und Maria leise Decken und Brot in ein Bündel; das Kind schläft im Bettchen.

Josef war sofort wach. Sein Herz klopfte wie wild.

„Maria!“, flüsterte er und rüttelte sie an der Schulter. „Maria, wach auf! Wir müssen weg. Jetzt gleich.“

Maria setzte sich auf. „Was ist los?“

„Ein Engel“, sagte Josef. „Herodes will dem Kind etwas tun. Wir müssen fliehen.“

Maria wurde ganz blass. Aber sie stellte keine Fragen. Sie stand auf und fing an zu packen.

Sie machten kein Licht, damit niemand sie sah. Im Dunkeln tasteten sie nach ihren Sachen. Decken. Brot. Wasser. Die Windeln. Das kleine Kästchen mit dem Gold, das die Weisen mitgebracht hatten. Vielleicht würden sie es jetzt brauchen.

Josef ging hinaus und holte den Esel. Der Esel schnaubte verschlafen.

Dann nahm Maria das Jesuskind aus dem Bettchen. Ganz vorsichtig, damit es nicht aufwachte. Aber es wachte trotzdem auf und machte große Augen. Es fing an zu quengeln.

„Schschsch“, machte Maria und wiegte es. „Schschsch, mein Kleiner. Alles ist gut. Gott passt auf uns auf.“

Und das Kind wurde ruhig.

Szene 3: Maria mit dem Kind im Arm und Josef mit dem Esel schleichen im Mondlicht durch die dunklen Gassen von Betlehem.

Dann schlichen sie hinaus in die Nacht. Durch die dunklen Gassen von Betlehem, an den schlafenden Häusern vorbei, zum Stadttor hinaus. Keiner hat sie gesehen. Nur der Mond.

Und dann gingen sie. Weiter und weiter.

Szene 4: In der Wüste bei Nacht kuscheln sich Maria, Josef und das Kind unter einer Decke aneinander, der Esel liegt daneben.

Der Weg nach Ägypten war sehr lang. Er führte durch die Wüste. Tagsüber war es so heiß, dass die Luft flimmerte. Nachts war es so kalt, dass sie sich alle drei unter einer Decke aneinanderkuscheln mussten. Manchmal sahen sie Karawanen mit Kamelen. Manchmal sahen sie tagelang niemanden.

Maria hatte oft Angst. Was, wenn Herodes' Soldaten hinter ihnen her waren? Was, wenn sie sich verirrten? Was, wenn das Wasser ausging?

Aber jedes Mal, wenn sie Angst hatte, schaute sie das Kind in ihren Armen an. Und dann dachte sie an den Engel. Gott hat uns gewarnt. Gott zeigt uns den Weg. Gott ist stärker als Herodes.

Szene 5: Maria, Josef und das Kind kommen mit dem Esel in Ägypten an: Palmen, ein breiter Fluss und eine Stadt im Sonnenlicht.

Und endlich kamen sie nach Ägypten. In ein fremdes Land mit großen Städten und einem breiten Fluss, dem Nil. Hier waren sie sicher. Hier konnte Herodes ihnen nichts tun.

Viele Jahre vorher war schon einmal jemand nach Ägypten gekommen und hatte dort Rettung gefunden. Josef, der Junge mit dem bunten Mantel. Und jetzt war es wieder ein Josef.

Sie blieben in Ägypten, bis der Engel wiederkam. „Herodes ist nicht mehr da“, sagte er. „Ihr könnt nach Hause.“

Szene 6: In der Werkstatt in Nazaret schaut der kleine Jesus zwischen Holzspänen zu, wie Josef hobelt; Maria steht lächelnd in der Tür.

Und so gingen sie zurück nach Nazaret. Und Jesus wuchs dort auf, in der Werkstatt von Josef, zwischen Holzspänen und Hobeln.

Herodes war ein mächtiger König. Aber Gott war stärker. Gott ist stärker als alles, was uns Angst macht.

Bibelvers

„Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten.“

nach Matthäus 2,13

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Wie war es für Maria, mitten in der Nacht alles einzupacken?
  2. Frage 2: Warum ist das Kind ruhig geworden, als Maria es gewiegt hat?
  3. Frage 3: Was hilft dir, wenn du Angst hast?

Gebet

Lieber Gott,
du hast Maria, Josef und das Jesuskind beschützt.
Du bist stärker als alles, was mir Angst macht.
Pass auch auf mich und meine Familie auf.
Amen.

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