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Kinderbibelprojekt

Karte 67 · Weihnachten und Kindheit Jesu · Neues Testament

Simeon und Hanna haben lange gewartet

Lukas 2,22–38 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Warten und Geduld gehören dazu

Geschichte

Szene 1: Der uralte Simeon mit langem weißem Bart geht langsam auf seinen Stock gestützt durch eine Gasse in Jerusalem zum Tempel.

Simeon war ein sehr, sehr alter Mann. Er hatte einen langen weißen Bart und ging ganz langsam, mit kleinen Schritten, auf einen Stock gestützt. Er wohnte in Jerusalem.

Und Simeon wartete.

Er wartete schon sein ganzes Leben lang. Denn als er noch jung gewesen war, hatte Gott ihm etwas versprochen. „Simeon“, hatte Gott gesagt, „du wirst nicht sterben, bevor du den Retter gesehen hast. Den, den ich schicke, um die Welt hell zu machen.“

Also wartete Simeon.

Er wartete, als er jung war und schwarze Haare hatte. Er wartete, als seine Haare grau wurden. Er wartete, als sie weiß wurden. Jeden Tag ging er in den Tempel, das große Gotteshaus in Jerusalem, und schaute sich die Menschen an. Ist er das? Oder der? Oder der?

Aber er war es nie.

Szene 2: Simeon und die alte Hanna sitzen nebeneinander auf einer Bank im Tempelhof und schauen den Tauben zu.

Im Tempel gab es noch jemanden, der wartete. Eine alte Frau namens Hanna. Sie war vierundachtzig Jahre alt! Sie war so alt, dass ihr Gesicht voller Falten war wie ein zerknittertes Tuch. Hanna wohnte praktisch im Tempel. Sie betete dort Tag und Nacht. Und sie wartete auch.

Manchmal saßen die beiden zusammen auf einer Bank im Tempelhof und schauten den Tauben zu.

„Glaubst du, er kommt noch?“, fragte Hanna.

„Gott hat es versprochen“, sagte Simeon. „Und Gott hält seine Versprechen. Auch wenn es lange dauert.“

Szene 3: Am Morgen steht Simeon mit leuchtenden Augen in seiner Haustür, den Stock in der Hand, bereit loszugehen.

Eines Morgens wachte Simeon auf und hatte ein komisches Gefühl. Ein Kribbeln. Als ob Gott ihm zuflüstern würde: Heute. Geh heute in den Tempel.

Simeon stand auf. So schnell wie schon lange nicht mehr. Er nahm seinen Stock und ging los.

Szene 4: Im belebten Tempelhof entdeckt Simeon Maria mit dem Baby im Arm und Josef, der einen kleinen Käfig mit zwei Tauben trägt.

Im Tempel war viel los. Menschen kamen und gingen. Tauben gurrten. Ein Priester rief etwas.

Und dann sah Simeon sie. Eine junge Frau und einen Mann. Sie waren nicht reich, das sah man an ihren Kleidern. Der Mann trug einen kleinen Käfig mit zwei Tauben, als Geschenk für Gott. Und die Frau trug ein Baby auf dem Arm. Ein ganz kleines, erst sechs Wochen alt.

Simeon blieb stehen. Sein Herz fing an zu klopfen, schneller und schneller.

Das ist er.

Szene 5: Simeon hält das Baby Jesus ganz vorsichtig in den Armen und weint vor Freude; das Baby greift nach seinem Bart, Maria und Josef staunen.

Simeon ging zu den beiden hin. Seine Hände zitterten. „Darf ich?“, fragte er.

Maria schaute ihn an. Dann legte sie ihm das Baby in die Arme.

Simeon hielt das Kind ganz vorsichtig. Er schaute in das kleine Gesicht. Das Baby schaute zurück und griff mit seiner winzigen Hand nach Simeons Bart.

Da fing Simeon an zu weinen. Und dann fing er an zu singen.

„Jetzt, Gott, kann ich in Frieden gehen“, sang er. „Denn du hast dein Versprechen gehalten. Meine Augen haben den Retter gesehen. Er ist ein Licht für die ganze Welt!“

Szene 6: Die alte Hanna klatscht fröhlich in die Hände und erzählt den Leuten im Tempelhof von dem Kind.

Und da kam Hanna. Sie hatte alles gesehen. Sie klatschte in die Hände und lobte Gott, und dann lief sie, so schnell eine Vierundachtzigjährige laufen kann, und erzählte allen im Tempel: „Er ist da! Der Retter ist da!“

Simeon und Hanna hatten ein ganzes Leben lang gewartet. Das ist sehr, sehr lange. Aber das Warten hatte sich gelohnt.

Warten und Geduld gehören dazu. Und Gott kommt nicht zu spät.

Bibelvers

„Meine Augen haben den Retter gesehen. Er ist ein Licht für alle Menschen.“

nach Lukas 2,30–32

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Wie hat sich Simeon gefühlt, als er das Baby im Arm hielt?
  2. Frage 2: Warum hat Hanna so lange weitergewartet?
  3. Frage 3: Worauf wartest du gerade? Wie fühlt sich das Warten an?

Gebet

Lieber Gott,
Simeon und Hanna haben so lange gewartet,
und dann durften sie Jesus sehen.
Hilf mir, geduldig zu sein, wenn ich warten muss.
Amen.

Ausmalbild

Ausmalbild zu „Simeon und Hanna haben lange gewartet“ (Vorschau)

Zum Ausdrucken auf A4 (hochkant) – und dann ran an die Stifte!

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