Karte 60 · Vor der Geburt · Neues Testament
Zacharias wird ganz still
Lukas 1,5–25.57–66 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Gott hält seine Versprechen
Geschichte
Zacharias war ein Priester. Das ist ein Mann, der im Tempel für Gott arbeitet. Er war schon sehr alt, und sein grauer Bart reichte ihm fast bis zu den Knien. Seine Frau hieß Elisabet. Die beiden hatten sich immer ein Kind gewünscht, aber es war nie eines gekommen.
Heute war für Zacharias ein großer Tag. Er durfte ganz allein in den innersten Raum vom Tempel gehen und dort den Weihrauch anzünden. Weihrauch sind kleine Körner aus Harz. Wenn sie glühen, steigt ein feiner Rauch auf, der wunderbar duftet.
Drinnen war es still und dämmrig. Goldene Leuchter schimmerten. Zacharias zündete den Weihrauch an, und der Rauch kringelte sich zur Decke hinauf.
Da stand plötzlich ein Engel neben ihm. So hell und so groß, dass Zacharias vor Schreck ganz steif wurde.
„Hab keine Angst, Zacharias“, sagte der Engel. „Ich bringe dir eine gute Nachricht. Gott hat dein Gebet gehört. Elisabet wird ein Kind bekommen, einen Sohn. Du sollst ihn Johannes nennen. Viele Menschen werden sich über ihn freuen.“
Zacharias zupfte an seinem langen Bart. „Ein Kind? Wir beide?“, sagte er. „Aber wir sind doch viel zu alt! Wie soll ich das denn glauben?“
„Ich bin Gabriel“, sagte der Engel. „Gott selbst hat mich zu dir geschickt. Und was Gott verspricht, das hält er auch. Weil du es nicht glauben kannst, wirst du stumm sein, bis das Kind da ist. Dann wirst du es sehen.“
Zacharias machte den Mund auf. Aber es kam kein Ton heraus. Nicht einmal ein Piepsen.
Draußen vor dem Tempel warteten schon die Leute. „Wo bleibt er denn so lange?“, fragten sie. Endlich kam Zacharias heraus.
„Was war denn los?“, riefen sie.
Zacharias wollte es so gern erzählen! Aber er konnte ja nicht. Also fuchtelte er mit den Armen. Er zeigte nach oben. Er schlug mit den Händen wie mit Flügeln. Er wiegte seine Arme hin und her, als läge ein Baby darin.
Die Leute sahen ihm verwirrt zu.
„Ist ihm heiß?“, fragte einer.
„Hat er einen Vogel gesehen?“, fragte ein anderer.
Zacharias seufzte ohne Ton und ging nach Hause.
Er blieb stumm. Einen Monat und noch einen. Das war gar nicht leicht für ihn. Aber während er schwieg, konnte er gut zusehen. Und er sah, wie Elisabets Bauch runder wurde. Jede Woche ein bisschen mehr. Zacharias legte manchmal seine Hand darauf und lächelte in seinen Bart.
Und dann war das Baby da. Ein gesunder kleiner Junge mit einer kräftigen Stimme. „Wääh!“, machte er, und das ganze Haus roch nach frischem Brot und warmer Milch, weil alle Nachbarn zum Feiern gekommen waren.
„Wie soll er heißen?“, fragten die Nachbarn. „Sicher Zacharias, wie sein Papa!“
„Nein“, sagte Elisabet. „Er heißt Johannes.“
„Johannes? So heißt doch keiner in eurer Familie!“ Sie drehten sich zu Zacharias um. „Sag du es. Wie soll er heißen?“
Zacharias ließ sich ein Täfelchen bringen. Mit großen, festen Buchstaben schrieb er darauf: Er heißt Johannes.
Und in diesem Augenblick ging ihm der Mund auf. Er konnte wieder sprechen! Und das Erste, was aus ihm heraussprudelte, war ein Lied:
„Gelobt sei Gott! Er hat an uns gedacht! Was er verspricht, das tut er auch!“
Die Nachbarn staunten. Sie erzählten es überall weiter, über alle Berge, und die Menschen freuten sich.
Zacharias aber nahm seinen kleinen Sohn auf den Arm. Er hatte es erst nicht glauben können. Aber Gott hatte sein Versprechen trotzdem gehalten. Denn Gott hält, was er verspricht.
Bibelvers
„Gelobt sei Gott! Er hat an sein Volk gedacht.“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Wie war es für Zacharias, so lange nicht reden zu können?
- Frage 2: Wie würdest du ohne Worte erklären, dass ein Engel da war? Probier es mal!
- Frage 3: Warum hat Zacharias wohl zuerst nicht geglaubt, was der Engel gesagt hat?
Gebet
Lieber Gott,
Zacharias hat erst nicht geglaubt,
aber du hast dein Versprechen trotzdem gehalten.
Danke, dass ich mich auf dich verlassen kann.
Amen.
Ausmalbild
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