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Kinderbibelprojekt

Karte 59 · Daniel und Ester · Altes Testament

Ester fasst Mut

Ester 4–5; 8 (in Auswahl) ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Mut lohnt sich, auch wenn man Angst hat

Geschichte

Ester war Königin. Sie wohnte im Palast des großen Königs Xerxes, trug schöne Kleider und hatte Dienerinnen, die ihr die Haare kämmten.

Aber Ester hatte ein Geheimnis. Sie gehörte zum Volk Israel. Und das wusste im Palast niemand. Nicht mal der König.

Esters Onkel hieß Mordechai. Er hatte sie großgezogen, als sie noch ein kleines Mädchen war. Er war wie ein Papa für sie.

Eines Tages kam eine schreckliche Nachricht. Ein böser Mann namens Haman, der beim König ganz viel zu sagen hatte, hatte einen Plan gemacht. Er wollte, dass es Esters ganzem Volk ganz, ganz schlecht ergeht. Und der König hatte, ohne genau hinzuschauen, seinen Ring unter das Gesetz gedrückt.

Mordechai zog sich einen rauen Sack an und saß vor dem Palast und weinte. Und er schickte Ester eine Nachricht.

„Du musst zum König gehen“, stand darin. „Du musst ihn um Hilfe bitten. Für dein Volk.“

Ester las die Nachricht. Ihre Hände fingen an zu zittern.

Denn im Palast gab es eine strenge Regel: Niemand durfte einfach so zum König gehen, ohne dass er gerufen wurde. Nicht mal die Königin. Wer es trotzdem tat, bekam großen Ärger. Riesigen Ärger. Nur wenn der König sein goldenes Zepter ausstreckte, seinen Königsstab, war alles gut.

Und der König hatte Ester seit dreißig Tagen nicht mehr gerufen.

Ester schickte eine Nachricht zurück: „Ich kann nicht. Ich habe Angst.“

Da schickte Mordechai noch eine Nachricht. „Ester“, stand darin, „vielleicht bist du genau dafür Königin geworden. Für diesen einen Moment.“

Ester saß lange in ihrem Zimmer. Sie schaute aus dem Fenster. Sie dachte an ihr Volk. An die Kinder. An die Omas und Opas. An Mordechai.

Dann schickte sie ihre Antwort.

„Sag allen, sie sollen drei Tage lang für mich beten. Ich bete auch. Und dann gehe ich zum König. Auch wenn es gefährlich ist.“

Drei Tage lang betete Ester. Und das ganze Volk betete mit ihr.

Am dritten Tag zog sie ihr schönstes Kleid an. Ihre Dienerinnen flochten ihr die Haare. Dann ging sie den langen Gang entlang zum Thronsaal. Ihre Schritte klangen laut auf dem Marmorboden. Ihr Herz klopfte so sehr, dass es fast wehtat.

Die großen Türen gingen auf.

Da saß der König auf seinem Thron, ganz hinten im Saal. Alle drehten sich um und schauten sie an. Es war totenstill.

Ester blieb stehen. Sie konnte nicht mehr weitergehen. Sie wartete.

Der König schaute sie an. Lange.

Und dann streckte er das goldene Zepter aus.

Ester atmete aus. Sie ging nach vorne und berührte die Spitze des Zepters.

„Was hast du, Königin Ester?“, fragte der König freundlich. „Was wünschst du dir? Selbst wenn es mein halbes Königreich ist, du sollst es bekommen.“

Und Ester erzählte ihm alles. Von ihrem Volk. Von Hamans bösem Plan. Und vom Geheimnis, das sie so lange gehütet hatte.

Der König hörte zu. Und dann half er. Er machte ein neues Gesetz, und Esters Volk war gerettet.

Bis heute feiern die Juden jedes Jahr ein fröhliches Fest zur Erinnerung an Ester. Es heißt Purim. Die Kinder verkleiden sich, es gibt Süßigkeiten, und wenn der Name Haman vorgelesen wird, machen alle ganz laut Krach mit Rasseln.

Ester hatte Angst. Aber sie ist trotzdem gegangen. Mut lohnt sich, auch wenn man Angst hat.

Bibelvers

„Wer weiß, ob du nicht gerade für diesen Moment Königin geworden bist?“

nach Ester 4,14

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Was hat Ester gedacht, als sie vor den großen Türen stand?
  2. Frage 2: Warum hat Ester alle gebeten, für sie zu beten?
  3. Frage 3: Wann brauchst du Mut? Was hilft dir, mutig zu sein?

Gebet

Lieber Gott,
Ester hatte Angst und ist trotzdem zum König gegangen.
Wenn ich mutig sein muss,
dann sei bei mir, so wie bei Ester.
Amen.

Ausmalbild

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Zum Ausdrucken auf A4 (hochkant) – und dann ran an die Stifte!

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