Karte 6 · Schöpfung · Altes Testament
„Wo bist du?“ – Gott sucht im Garten
1. Mose 3 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Gott bleibt bei uns, auch wenn wir Fehler machen
Geschichte
Im Garten Eden war es wunderschön. Es gab Feigen und Datteln, dicke rote Kirschen und Äpfel, so süß, dass einem der Saft übers Kinn lief. Adam und Eva durften von allen Bäumen essen. Von allen, bis auf einen.
„Von diesem Baum in der Mitte“, hatte Gott gesagt, „esst bitte nicht. Er tut euch nicht gut.“
Und eine Weile war das ganz leicht.
Aber eines Nachmittags, als die Sonne warm auf die Blätter schien, kam eine Schlange angeglitten. Sie schlängelte sich um einen Ast, ganz nah bei Eva, und flüsterte: „Warum esst ihr nicht von dem Baum da? Die Früchte sind doch so schön. Gott will euch nur nicht davon abgeben.“
Eva schaute zu dem Baum hinüber. Die Früchte glänzten. Sie sahen wirklich sehr lecker aus.
Sie streckte die Hand aus. Sie pflückte eine. Sie biss hinein. Dann gab sie Adam auch davon, und Adam biss auch hinein.
Und in diesem Moment fühlte sich alles falsch an.
Der Saft schmeckte gar nicht mehr süß. Adam und Eva schauten sich an, und auf einmal schämten sie sich. Sie merkten, dass sie nackt waren, und sie wussten, dass sie etwas getan hatten, was nicht gut war. Schnell nahmen sie große Feigenblätter und banden sie sich um.
Dann wurde es Abend. Ein kühler Wind strich durch den Garten. Und in diesem Wind kam Gott. So wie jeden Abend, wenn er mit ihnen spazieren ging.
Adam und Eva hörten seine Schritte im Gras. Und sie versteckten sich. Sie krochen hinter einen dichten Busch, ganz tief hinein, zwischen die Zweige. Eva hielt die Luft an. Adam machte die Augen zu, als ob ihn dann niemand sehen könnte.
Gott blieb stehen.
„Adam?“, rief Gott. „Wo bist du?“
Gott war nicht zornig. Gott klang so, wie eine Mama klingt, die ihr Kind sucht. Ein bisschen besorgt. Und sehr lieb.
Da krochen Adam und Eva aus dem Busch. Sie hatten Blätter in den Haaren und schauten auf ihre Füße.
„Wir haben uns versteckt“, sagte Adam leise. „Weil wir von dem Baum gegessen haben.“
Gott war traurig. Und weil sie nicht auf ihn gehört hatten, mussten Adam und Eva den schönen Garten verlassen. Das Leben draußen würde schwerer werden.
Aber dann tat Gott etwas, womit Adam und Eva nicht gerechnet hatten.
Gott nahm weiche, warme Felle. Er schnitt sie zurecht, er nähte sie zusammen, und er machte Adam und Eva Kleider daraus. Richtige Kleider. Viel wärmer als die Feigenblätter. Und er zog sie ihnen selbst an.
Adam strich über das weiche Fell an seinem Arm. Eva kuschelte sich in ihres hinein.
Dann gingen sie hinaus in die große, weite Welt. Und Gott ging mit.
Adam und Eva hatten einen Fehler gemacht. Aber Gott hat sie nicht allein gelassen. Er hat sie gesucht, er hat sie angezogen, und er ist bei ihnen geblieben. So ist Gott.
Bibelvers
„Gott rief den Menschen und fragte: Wo bist du?“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Warum haben sich Adam und Eva wohl versteckt?
- Frage 2: Was glaubst du: Warum hat Gott ihnen warme Kleider gemacht?
- Frage 3: Hast du dich auch schon mal versteckt, weil etwas schiefgegangen ist? Wer hat dich gefunden?
Gebet
Lieber Gott,
manchmal mache ich etwas falsch
und möchte mich am liebsten verstecken.
Danke, dass du mich suchst und bei mir bleibst.
Amen.
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