Karte 52 · Elia und Elisa · Altes Testament
Gott flüstert ganz leise
1. Könige 19,1–13 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Gott tröstet, wenn man traurig ist
Geschichte
Elia hatte so viel erlebt. Das Feuer auf dem Berg. Den Regen nach drei Jahren. Er hätte glücklich sein müssen.
Aber dann kam eine Nachricht von der Königin Isebel. Und die Nachricht war böse. „Morgen um diese Zeit“, ließ sie ihm sagen, „bist du dran, Elia.“
Da bekam Elia Angst. Riesige Angst. Und er lief weg.
Er lief und lief, einen ganzen Tag lang, hinaus in die Wüste. Bis er nicht mehr konnte. Da war ein kleiner Ginsterbusch, der ein bisschen Schatten machte. Elia ließ sich darunter fallen.
„Ich kann nicht mehr, Gott“, sagte er. „Ich bin so müde. Ich will nicht mehr. Ich bin auch nicht besser als alle anderen.“
Und dann schlief er ein. Im Sand, unter dem Busch, ganz allein.
Nach einer Weile spürte er etwas. Jemand berührte ihn an der Schulter. Ganz sanft.
„Steh auf“, sagte eine freundliche Stimme. „Und iss.“
Elia öffnete die Augen. Neben seinem Kopf lag ein Fladenbrot, noch warm, auf heißen Steinen gebacken. Und daneben stand ein Krug mit frischem Wasser.
Elia aß ein bisschen. Er trank ein bisschen. Dann legte er sich wieder hin und schlief weiter.
Und dann kam der Engel noch einmal. Er berührte ihn wieder an der Schulter. „Steh auf und iss“, sagte er. „Du hast noch einen weiten Weg vor dir.“
Da aß Elia. Und er spürte, wie die Kraft in seine Beine zurückkam. Wie in einen leeren Krug, in den jemand Wasser gießt.
Dann ging er los. Vierzig Tage und vierzig Nächte. Bis zu einem großen Berg. Dem Berg Horeb, dem Berg Gottes. Dort war eine Höhle, und Elia kroch hinein und blieb dort.
„Elia“, sagte Gott, „was machst du hier?“
„Ich habe alles für dich getan“, sagte Elia, und seine Stimme war ganz dünn. „Aber alle sind gegen mich. Ich bin ganz allein übrig. Und jetzt sind sie auch hinter mir her.“
„Komm raus“, sagte Gott. „Stell dich auf den Berg. Ich gehe an dir vorbei.“
Elia trat an den Eingang der Höhle.
Da kam ein Sturm. Ein gewaltiger Sturm. Er heulte und brauste, er riss Steine los und schleuderte sie den Berg hinunter. Elia hielt sich am Felsen fest.
Aber Gott war nicht im Sturm.
Dann kam ein Erdbeben. Der Boden wackelte und rumpelte, und die Felsen knackten.
Aber Gott war nicht im Erdbeben.
Dann kam ein Feuer. Es loderte und prasselte und machte alles glühend heiß.
Aber Gott war nicht im Feuer.
Und dann wurde es still. Ganz still. Und in der Stille kam ein Säuseln. Ein ganz leises, sanftes Wehen, wie wenn jemand flüstert. So leise, dass man es fast nicht hören konnte.
Und Elia wusste: Das ist Gott.
Er zog seinen Mantel über das Gesicht und trat hinaus.
„Elia“, flüsterte Gott, „du bist nicht allein. Da gibt es noch viele, viele Menschen, die zu mir halten. Siebentausend! Und ich gebe dir einen Freund, der dir hilft. Er heißt Elisa. Geh zurück. Ich bin bei dir.“
Und Elia ging zurück. Nicht mehr müde. Nicht mehr allein.
Gott hat Elia nicht angebrüllt. Gott hat ihm Brot gegeben und Wasser und Schlaf. Und dann hat er ganz leise mit ihm gesprochen.
So tröstet Gott, wenn man traurig ist.
Bibelvers
„Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln.“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Warum hat der Engel Elia zuerst etwas zu essen gegeben?
- Frage 2: Warum war Gott nicht im Sturm, sondern im leisen Säuseln?
- Frage 3: Was hilft dir, wenn du ganz müde und traurig bist?
Gebet
Lieber Gott,
wenn ich müde und traurig bin,
kommst du ganz leise zu mir.
Danke, dass du mich tröstest.
Amen.
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