Karte 51 · Elia und Elisa · Altes Testament
Feuer auf dem Berg Karmel
1. Könige 18,20–39.41–45 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Gott tut große Wunder
Geschichte
Drei Jahre lang hatte es nicht geregnet. Drei ganze Jahre! Die Flüsse waren nur noch trockene Rinnen voller Steine. Das Gras war braun, die Kühe waren dünn, und die Menschen schauten jeden Morgen zum Himmel und hofften auf eine Wolke. Aber es kam keine.
Viele Menschen im Land hatten Gott vergessen. Sie beteten zu einem Götzen namens Baal. Das war eine Figur, die man angeblich um Regen bitten konnte. Aber es regnete trotzdem nicht.
Da sagte Elia zum König: „Ruf alle Leute auf den Berg Karmel. Und die Priester von Baal auch. Dann werden wir sehen, wer der wahre Gott ist.“
Und so kamen sie. Tausende Menschen stiegen auf den Berg. Und vierhundertfünfzig Baal-Priester in bunten Gewändern mit klimpernden Ketten, die Männer, die für Baal beteten. Und auf der anderen Seite stand Elia. Ganz allein.
„Wir machen es so“, rief Elia. „Ihr baut einen Altar für Baal. Und ich baue einen Altar für Gott. Wir legen Holz darauf. Aber keiner zündet es an. Dann betet ihr zu eurem Baal. Und ich bete zu Gott. Und wer mit Feuer antwortet, der ist der wahre Gott!“
„Einverstanden!“, riefen die Leute. (Ein Altar, das ist ein Tisch aus aufeinandergelegten Steinen. Darauf legt man ein Geschenk für Gott.)
Die Baal-Priester fingen an. Sie bauten ihren Altar, sie legten das Holz darauf. Und dann riefen sie: „Baal! Baal! Hör uns!“
Nichts passierte.
Sie riefen lauter. Sie tanzten um den Altar herum, sie hüpften und stampften und schwenkten die Arme. „Baal! Antworte uns!“
Nichts. Nicht einmal ein Funke.
Es wurde Mittag. Die Sonne brannte. Die Priester waren ganz verschwitzt und heiser.
Da stellte sich Elia auf einen Stein und rief: „Ruft doch lauter! Vielleicht ist euer Baal gerade beschäftigt. Oder er ist auf Reisen. Oder er macht ein Mittagsschläfchen, und ihr müsst ihn aufwecken!“
Ein paar Leute mussten kichern.
Die Priester schrien und tanzten bis zum Abend. Aber das Holz blieb kalt.
Dann war Elia dran.
Er nahm zwölf Steine, einen für jeden Stamm des Volkes Israel, und baute daraus einen Altar. Er grub einen Graben rundherum. Er legte das Holz darauf.
Und dann tat er etwas, worüber alle staunten.
„Holt Wasser!“, rief er. „Vier große Krüge voll! Und gießt sie über das Holz!“
Wasser? Jetzt, wo alles so trocken war? Aber sie taten es. Das Wasser platschte über das Holz.
„Noch mal!“, rief Elia.
Sie gossen noch mal.
„Und noch ein drittes Mal!“
Jetzt war das Holz klatschnass. Das Wasser lief herunter und füllte sogar den Graben rundherum.
Dann trat Elia vor den Altar. Er tanzte nicht. Er schrie nicht. Er betete ganz ruhig.
„Gott“, sagte er, „zeig heute allen, dass du Gott bist. Antworte mir, damit die Menschen merken, dass du sie zu dir zurückholst.“
Und da fiel Feuer vom Himmel.
Es krachte und loderte, und die Flammen schossen hoch. Sie fraßen das nasse Holz und die Steine und sogar das Wasser im Graben, bis es zischte und dampfte und nichts mehr übrig war.
Die Leute fielen auf die Knie. „Der Herr ist Gott!“, riefen sie. „Der Herr ist Gott!“
Später stieg Elia auf die Spitze des Berges. Er schickte seinen Diener los, um nach dem Meer zu schauen. Siebenmal. Und beim siebten Mal kam der Diener gerannt: „Da ist eine Wolke! Eine ganz kleine, so klein wie eine Hand!“
Und dann wurde der Himmel dunkel. Wind kam auf. Und es fing an zu regnen. Endlich!
Gott tut große Wunder.
Bibelvers
„Da fiel das Feuer Gottes herab. Und alle riefen: Der Herr ist Gott!“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Warum hat Elia so viel Wasser über das Holz gießen lassen?
- Frage 2: Was hättest du gedacht, wenn du dabei gewesen wärst, als das Feuer kam?
- Frage 3: Wie hat sich der erste Regen nach drei Jahren wohl angefühlt?
Gebet
Lieber Gott,
du hast Feuer vom Himmel geschickt und Regen auf das trockene Land.
Du tust große Wunder.
Ich staune über dich.
Amen.
Ausmalbild
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