Karte 47 · David · Altes Testament
„Der Herr ist mein Hirte“
Psalm 23 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Gott sorgt für uns und gibt uns, was wir brauchen
Geschichte
Das hier ist eine Geschichte aus der Zeit, als David noch ein Hirtenjunge war. Lange bevor er König wurde.
Jeden Morgen, wenn die Sonne gerade über die Hügel von Betlehem kroch, öffnete David das Gatter des Pferchs. So heißt der eingezäunte Platz, auf dem die Schafe nachts sicher zusammenstehen. Und dann kamen sie heraus. Seine Schafe. Große und kleine, dicke und dünne, weiße und eins, das ganz schwarz war. Sie drängelten und blökten und schubsten sich.
Und ganz hinten kam Flöckchen. Das kleinste Lamm von allen. Es hatte ein Fell wie eine Wolke und Beine, die noch ein bisschen wackelig waren.
„Kommt!“, rief David. Und er ging voraus.
Er wusste genau, wo das beste Gras wuchs. Er führte die Schafe über einen Hügel, dann einen zweiten, bis zu einer Wiese, auf der das Gras so grün und saftig war, dass die Schafe vor Freude die Köpfe schüttelten. Sie fraßen und fraßen. Flöckchen legte sich mittendrin ins weiche Gras und schlief ein.
Dann führte David sie zum Bach. Aber nicht zu der Stelle, wo das Wasser wild über die Steine sprudelte. Schafe haben Angst vor wildem Wasser. Er führte sie zu einer Stelle, wo der Bach ganz ruhig war, wie ein kleiner Teich. Und die Schafe tranken in Ruhe.
Am Nachmittag mussten sie zurück. Und der Weg ging durch ein Tal. Ein tiefes, enges Tal mit steilen, dunklen Felswänden. Hier kam kaum Sonne hin. Es war kühl und schattig und still. Zu still.
Die Schafe drängten sich eng zusammen. Flöckchen zitterte.
Und dann hörten sie es. Ein Heulen. Weit oben auf den Felsen.
Ein Wolf.
Die Schafe blökten ängstlich. Aber David blieb ganz ruhig. Er hob seinen langen Hirtenstab. Mit dem krummen Ende konnte er ein Schaf zurückholen, wenn es sich verlaufen hatte. Und mit dem Stock konnte er den Wolf vertreiben. Er klopfte damit fest auf den Boden, dass es laut durch das ganze Tal hallte.
„Keine Angst“, sagte David zu seinen Schafen. „Ich bin da.“
Und die Schafe hörten seine Stimme. Sie kannten seine Stimme. Und sie wurden ruhig. Sogar Flöckchen hörte auf zu zittern.
Das Heulen wurde leiser. Der Wolf war weg.
Als sie abends beim Pferch ankamen, sah David, dass Flöckchen einen Kratzer am Kopf hatte. Von einem Dornbusch. Er nahm etwas Öl aus seinem Fläschchen und strich es ganz sanft auf die Wunde. Dann füllte er den Trinkbecher bis zum Rand, so voll, dass es überlief, und ließ Flöckchen daraus trinken.
Und dann setzte David sich ans Feuer und schaute seinen Schafen beim Schlafen zu. Er nahm seine Harfe, und er dachte nach.
„So wie ich für meine Schafe sorge“, dachte er, „so sorgt Gott für mich.“
Und dann schrieb er ein Lied. Ein Lied, das die Menschen bis heute singen:
„Gott ist mein Hirte. Mir fehlt nichts. Er führt mich auf grüne Wiesen und zu ruhigem Wasser. Und wenn ich durch ein dunkles Tal gehe, habe ich keine Angst. Denn du bist bei mir.“
Gott sorgt für uns. Wie ein guter Hirte für seine Schafe. Er gibt uns, was wir brauchen.
Bibelvers
„Der Herr ist mein Hirte. Mir wird nichts fehlen.“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Warum hat Flöckchen aufgehört zu zittern, als David gesprochen hat?
- Frage 2: Was ist für dich eine grüne Wiese – etwas, wo es dir richtig gut geht?
- Frage 3: Wenn Gott dein Hirte ist: Was bist dann du?
Gebet
Lieber Gott,
du bist mein Hirte.
Du gibst mir, was ich brauche,
und wenn es dunkel wird, bist du bei mir.
Amen.
Ausmalbild
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