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Kinderbibelprojekt

Karte 46 · David · Altes Testament

Ein Platz am Tisch des Königs

2. Samuel 4,4; 9 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Jeder gehört dazu, keiner wird ausgeschlossen

Geschichte

Szene 1: König David in seinem Palast in Jerusalem mit hohen Säulen; im großen Festsaal steht ein langer gedeckter Tisch.

David war jetzt König. Er wohnte in einem Palast in Jerusalem, mit hohen Säulen und einem großen Festsaal, in dem jeden Abend an einem langen Tisch gegessen wurde.

Szene 2: König David steht abends allein auf dem Dach des Palasts und denkt an seinen Freund Jonatan.

Aber manchmal, wenn David abends allein auf dem Dach stand, dachte er an Jonatan. Seinen besten Freund. Jonatan lebte nicht mehr. Und David vermisste ihn sehr.

„Wir haben uns versprochen, dass wir immer füreinander da sind“, dachte David. „Auch für unsere Familien.“

Szene 3: König David fragt seine Diener; der alte Diener Ziba tritt vor und erzählt.

Am nächsten Morgen rief David seine Diener zusammen. „Gibt es noch jemanden aus Jonatans Familie?“, fragte er. „Jemanden, dem ich Gutes tun kann?“

Die Diener schauten sich an. Dann trat ein alter Mann vor. Er hieß Ziba.

„Ja, mein König“, sagte Ziba. „Jonatan hat einen Sohn. Er heißt Mefiboschet. Er wohnt weit weg, in einem kleinen Ort namens Lo-Dabar. Aber er kann nicht laufen. Er ist an beiden Füßen gelähmt, er kann sie nicht bewegen.“

„Wie ist das passiert?“, fragte David.

Szene 4: Rückblick: Eine Kinderfrau trägt einen kleinen Jungen schützend auf dem Arm und läuft eilig davon.

„Als er fünf Jahre alt war“, sagte Ziba, „gab es große Unruhe im Land. Seine Kinderfrau nahm ihn auf den Arm und rannte mit ihm weg, um ihn in Sicherheit zu bringen. Aber in der Eile ist sie gestolpert. Er ist hingefallen. Und seitdem kann er nicht mehr laufen.“

David war still. Dann sagte er: „Holt ihn her.“

Szene 5: Mefiboschet sitzt erschrocken in einem kleinen, dunklen Zimmer, als die Boten des Königs an die Tür klopfen; seine Krücken lehnen an der Wand.

In Lo-Dabar saß Mefiboschet in einem kleinen, dunklen Zimmer, als die Boten des Königs an die Tür klopften. Er bekam einen fürchterlichen Schreck.

Der König? Der König will mich sehen?

Mefiboschet hatte sich immer versteckt. Er war der Enkel von König Saul, der David so viel Böses getan hatte. Und er war einer, der nicht laufen konnte. Solche wie er wurden oft übersehen. Oder ausgelacht. Oder weggeschickt.

Bestimmt, dachte Mefiboschet, will der König mich bestrafen.

Szene 6: Mefiboschet sitzt zitternd auf dem Boden vor dem Thron von König David, die Krücken neben sich.

Sie trugen ihn nach Jerusalem. Sie trugen ihn in den Palast. Und dann saß er vor dem König auf dem Boden, weil er nicht stehen konnte, und zitterte am ganzen Körper. Er verbeugte sich, so tief er konnte.

„Mefiboschet?“, sagte David.

„Ich bin hier, mein König“, flüsterte Mefiboschet. „Aber warum willst du mich sehen? Ich bin doch nichts wert. Ich bin wie ein toter Hund.“

Szene 7: König David kniet vor Mefiboschet auf dem Boden, hält seine Hände und schaut ihm freundlich in die Augen.

Da stand David von seinem Thron auf. Er kam herunter. Und er kniete sich vor Mefiboschet hin, damit er ihm in die Augen sehen konnte.

„Hab keine Angst“, sagte David. „Dein Papa Jonatan war mein allerbester Freund. Ich habe ihm versprochen, gut zu seiner Familie zu sein. Darum gebe ich dir alle Felder deines Großvaters zurück. Und du sollst ab heute bei mir wohnen. Jeden Tag wirst du an meinem Tisch essen. Wie einer von meinen Söhnen.“

Szene 8: Mefiboschet lacht und weint zugleich vor Freude; König David lächelt ihn an.

Mefiboschet konnte es nicht glauben. Er schaute den König an und wusste nicht, ob er lachen oder weinen sollte. Und dann tat er beides.

Szene 9: Am langen Tisch im Festsaal sitzt Mefiboschet fröhlich zwischen den Königssöhnen; König David reicht ihm lächelnd das Brot.

Und so war es dann. Jeden Abend, wenn im großen Festsaal gegessen wurde, saß Mefiboschet mit am langen Tisch. Zwischen den Königssöhnen. Und wenn alle am Tisch saßen, sah man seine Füße gar nicht mehr. Da war er einfach einer von ihnen.

Mefiboschet hatte gedacht, er gehört nirgendwo dazu. Aber beim König gab es einen Platz für ihn.

Bei Gott ist das genauso. Jeder gehört dazu. Keiner wird ausgeschlossen.

Bibelvers

„Du sollst immer an meinem Tisch essen.“

nach 2. Samuel 9,7

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Warum hat Mefiboschet gedacht, er sei nichts wert?
  2. Frage 2: Warum hat David sich vor ihn hingekniet?
  3. Frage 3: Wen könnten wir einmal zu uns an den Tisch einladen?

Gebet

Lieber Gott,
bei dir hat jeder einen Platz,
auch die, die sich klein und unwichtig fühlen.
Danke, dass ich bei dir dazugehöre.
Amen.

Ausmalbild

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