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Kinderbibelprojekt

Karte 82 · Jesus unterwegs · Neues Testament

Der Vater läuft dem Sohn entgegen

Lukas 15,11–32 ca. 4 Min. Vorlesezeit

Darum geht’s: Gott gibt jedem eine zweite Chance

Geschichte

Jesus erzählte einmal diese Geschichte:

Es war einmal ein Vater, der hatte zwei Söhne. Sie wohnten auf einem großen Hof mit Feldern und Weinbergen, mit Kühen und Schafen und einem großen Haus mit einem Feigenbaum davor.

Der ältere Sohn arbeitete fleißig auf den Feldern. Aber der jüngere hatte keine Lust mehr.

„Papa“, sagte er eines Tages, „gib mir meinen Teil vom Geld. Jetzt gleich. Ich will weg von hier.“

Der Vater wurde ganz still. Das tat ihm sehr weh. Aber er gab seinem Sohn das Geld.

Und der jüngere Sohn packte seine Sachen und ging fort. Weit weg. In ein fernes Land.

Dort lebte er herrlich und in Freuden. Er kaufte sich feine Kleider. Er feierte große Feste. Er hatte auf einmal ganz viele Freunde, die mit ihm aßen und tranken und lachten. Er gab und gab und gab sein Geld aus.

Bis es alle war.

Und als das Geld weg war, waren auch die Freunde weg. Alle. Keiner kannte ihn mehr.

Und dann kam auch noch eine Hungersnot in das Land. Der Sohn hatte nichts mehr zu essen. Er fand nur Arbeit bei einem Bauern, der ihn auf seinen Acker schickte, um die Schweine zu hüten.

Da saß er nun, bei den Schweinen, im Matsch. Sein feines Gewand war zerrissen und schmutzig. Er hatte so großen Hunger, dass er am liebsten das Schweinefutter gegessen hätte. Aber nicht einmal das gab ihm jemand.

Da dachte er an zu Hause. An den Hof. An den Feigenbaum. An das Brot, das jeden Morgen frisch gebacken wurde.

„Bei meinem Vater“, dachte er, „haben sogar die Arbeiter genug zu essen. Und ich sitze hier und verhungere.“

Und dann fasste er einen Entschluss.

„Ich gehe nach Hause. Ich sage zu meinem Vater: Papa, ich habe alles falsch gemacht. Ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Lass mich einfach bei dir arbeiten, wie einer von den Männern, die bei dir arbeiten.“

Und er machte sich auf den Weg. Barfuß. Zerlumpt. Mit gesenktem Kopf.

Der Weg war weit. Und je näher er dem Hof kam, desto mehr Angst hatte er. Was würde der Vater sagen? Würde er schimpfen? Würde er ihn wegschicken?

Aber was der Sohn nicht wusste: Der Vater hatte die ganze Zeit gewartet. Jeden Tag war er auf den Hügel hinter dem Haus gestiegen und hatte die Straße entlanggeschaut. Jeden Tag.

Und an diesem Tag sah er ihn. Ganz weit weg. Eine kleine, dünne Gestalt.

Der Vater wusste sofort, wer das war.

Und dann rannte der Vater los. Ein alter Mann! Er raffte sein Gewand hoch und rannte den Hügel hinunter und die Straße entlang, so schnell er konnte.

Und bevor der Sohn auch nur ein Wort sagen konnte, fiel der Vater ihm um den Hals und küsste ihn.

„Papa“, sagte der Sohn, „ich habe alles falsch gemacht. Ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn zu sein …“

Aber der Vater hörte gar nicht richtig zu. Er rief seinen Knechten: „Schnell! Holt das schönste Gewand und zieht es ihm an! Steckt ihm einen Ring an den Finger! Bringt ihm Schuhe! Und dann feiern wir ein Fest! Denn mein Sohn war verloren, und jetzt ist er wieder da!“

Und sie feierten. Mit Musik und Tanz und dem besten Essen.

Der Sohn hatte alles falsch gemacht. Aber der Vater hat ihm eine zweite Chance gegeben. Mit offenen Armen.

So ist Gott. Gott gibt jedem eine zweite Chance.

Bibelvers

„Der Vater sah ihn schon von weitem. Er lief ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.“

nach Lukas 15,20

Zum Weiterreden

Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.

  1. Frage 1: Was glaubst du: Was hat der Sohn gedacht, als er den Vater auf sich zurennen sah?
  2. Frage 2: Warum hat der Vater jeden Tag auf dem Hügel gewartet?
  3. Frage 3: Wie fühlt es sich an, wenn man nach einem Fehler wieder in den Arm genommen wird?

Gebet

Lieber Gott,
du bist wie der Vater, der seinem Sohn entgegenläuft.
Wenn ich etwas falsch gemacht habe, nimmst du mich wieder in den Arm.
Danke für die zweite Chance.
Amen.

Ausmalbild

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Zum Ausdrucken auf A4 (hochkant) – und dann ran an die Stifte!

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