Karte 79 · Jesus unterwegs · Neues Testament
Lasst die Kinder zu mir kommen
Markus 10,13–16 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Jeder gehört dazu, keiner wird ausgeschlossen
Geschichte
Jesus saß im Schatten, und um ihn herum saßen viele Erwachsene. Es waren wichtige Männer dabei. Sie stellten schwere Fragen, und sie machten ernste Gesichter. Die Freunde von Jesus standen daneben und passten auf, dass alles seine Ordnung hatte.
Da kam etwas den Weg herauf. Erst hörte man es nur. Kichern und Rufen und viele kleine Füße. Dann sah man es auch: Kinder! Eine ganze Schar. Große und kleine, und ganz kleine auf dem Arm von ihren Müttern und Vätern.
„Wartet doch!“, riefen die Mütter. Aber die Kinder warteten nicht.
„Da ist Jesus!“, riefen sie und rannten los.
Unter ihnen war ein kleines Mädchen. Den ganzen Weg über hatte es sich gefreut. Die Mama hatte gesagt: „Jesus soll euch segnen.“ Das Mädchen wusste nicht ganz genau, was das war. Aber es musste etwas sehr Schönes sein.
Doch da stellten sich die Freunde von Jesus den Kindern in den Weg. Ganz dicht nebeneinander, wie eine Mauer.
„Halt!“, sagten sie. „Hier geht es nicht weiter. Jesus hat Wichtiges zu besprechen. Er hat jetzt keine Zeit für Kinder. Geht woanders spielen. Ihr stört.“
Die Kinder blieben stehen. Auf einmal war es ganz still.
Dem kleinen Mädchen fing die Unterlippe an zu zittern. Es hatte sich doch so gefreut. Und jetzt störte es?
„Schade“, sagte ein Junge leise und schaute auf seine Zehen.
Die Mütter seufzten. „Kommt“, sagten sie. „Dann gehen wir eben wieder.“ Und sie drehten sich um.
Aber Jesus hatte es gesehen. Und Jesus wurde ärgerlich. Er stand auf, mitten in dem wichtigen Gespräch, und ging zu seinen Freunden.
„Was macht ihr denn da?“, sagte er. „Lasst die Kinder zu mir kommen! Haltet sie nicht auf! Gerade für sie ist Gottes Reich da. Von den Kindern könnt ihr alle etwas lernen.“
Die Freunde bekamen rote Köpfe, so rot wie Tomaten. Schnell traten sie zur Seite.
Und Jesus kniete sich ins Gras und breitete die Arme aus.
Da gab es kein Halten mehr! Die Kinder stürmten auf ihn zu. Eines kletterte auf sein Knie. Eines hängte sich an seinen Hals. Ein ganz kleines zupfte ihn am Bart und quietschte dabei vor Vergnügen. Und Jesus lachte. Er lachte so, dass man merkte: Jetzt gerade gab es für ihn nichts Wichtigeres auf der ganzen Welt.
Die ernsten Männer mussten warten.
Jesus nahm die Kinder in den Arm, eines nach dem anderen. Jedem legte er die Hände auf den Kopf, warm und sanft.
„Gott segne dich“, sagte er. „Gott segne dich. Und dich.“ Kein Kind ließ er aus.
Das kleine Mädchen stand noch ein Stück entfernt. Es traute sich nicht recht. Vielleicht störte es ja doch?
Da sah Jesus es an und winkte. „Komm“, sagte er. „Du auch.“
Das Mädchen lief los. Es kuschelte sich ganz dicht an Jesus. Und als seine Hand auf ihrem Kopf lag, da wusste es, was segnen ist. Es fühlte sich an wie eine warme Decke. Und wie wenn jemand sagt: Wie gut, dass du da bist.
Die Lippe zitterte nicht mehr. Das Mädchen strahlte.
„Ich gehöre dazu“, flüsterte es.
Ja, so ist es. Bei Jesus gehört jeder dazu. Keiner ist zu klein und keiner zu laut, und keiner stört. Du auch nicht.
Bibelvers
„Lasst die Kinder zu mir kommen und haltet sie nicht auf!“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Wie haben sich die Kinder gefühlt, als die Freunde sie wegschicken wollten?
- Frage 2: Warum ist Jesus so ärgerlich geworden?
- Frage 3: Wo hättest du bei Jesus gesessen – auf dem Knie, am Hals oder am Bart?
Gebet
Lieber Gott,
Jesus hat die Kinder zu sich geholt und gesegnet.
Danke, dass ich bei dir immer willkommen bin.
Segne mich auch.
Amen.
Ausmalbild
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