Karte 65 · Weihnachten und Kindheit Jesu · Neues Testament
Jesus wird geboren
Lukas 2,6–7 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Gott sorgt für uns und gibt uns, was wir brauchen
Geschichte
Es war schon fast dunkel, als Maria und Josef in Betlehem ankamen. Seit Tagen waren sie unterwegs, und Maria war so müde, dass sie auf dem Esel beinahe eingeschlafen wäre. Bald sollte ihr Baby kommen. Das Baby, von dem der Engel gesagt hatte: Es ist Gottes Sohn.
„Gleich haben wir ein Bett“, sagte Josef. „Ganz bestimmt.“
Aber die Gassen von Betlehem waren voll. Überall Menschen, Körbe, Ziegen und müde Esel, und irgendwo bellte ein Hund, als hätte er noch nie so viele Leute auf einmal gesehen.
Josef klopfte an die erste Tür.
„Kein Platz!“, rief eine Frau von drinnen. „Alles voll!“
Josef klopfte an die zweite Tür. Ein Mann schaute heraus, schaute auf Josef, schaute auf den Esel und schüttelte den Kopf.
„Kein Platz.“
An der dritten Tür machte niemand auf.
Josef lehnte sich an eine Hauswand. Er wusste nicht mehr weiter. Ganz leise, so leise, dass nur Gott es hören konnte, sagte er: „Gott, wo sollen wir denn hin? Bitte hilf uns.“
Und genau in diesem Moment blieb der Esel stehen. Einfach so, mitten in der Gasse, vor einem kleinen, schiefen Haus. Er stemmte die Hufe in den Boden, legte die Ohren an – und schrie: „I-AAAH! I-AAAH!“
So laut, dass im schiefen Haus ein Licht anging.
Die Tür ging auf. Ein alter Mann stand da, im Nachthemd, mit einer Öllampe in der Hand und einem sehr zerknautschten Gesicht.
„Wer macht denn hier so einen Lärm?“, brummte er.
Dann sah er Maria. Er sah, wie müde sie war. Und er sah, dass bald ein Baby kommen würde.
Da wurde sein Gesicht ganz weich.
„Mein Haus ist voll“, sagte er. „Aber hinten ist der Stall. Er ist klein. Aber er ist warm. Kommt.“
Jetzt ging alles ganz schnell. Der alte Mann führte den Esel nach hinten. Josef schob die Kuh zur Seite, die gemütlich kaute und gar nicht verstand, warum sie Platz machen sollte. Er schüttelte frisches Stroh auf und breitete seinen Mantel darüber. Er wischte den Futtertrog aus, den Kasten, aus dem sonst die Kuh und der Esel ihr Heu fressen, einmal, zweimal, dreimal, und polsterte ihn mit weichem Heu. Und die Frau des alten Mannes kam mit Tüchern über dem Arm und half, ohne viele Worte zu machen.
Und in dieser Nacht kam das Baby zur Welt.
Es weinte ganz laut, so wie alle Babys weinen, wenn sie gerade angekommen sind. Die Kuh machte vor Schreck „Muh!“, und eine kleine Maus sauste in ihr Loch.
Maria nahm das Baby in den Arm. Sie wickelte es in die weichen Tücher und drückte es an sich, ganz nah an ihr Herz. Da hörte das Baby auf zu weinen. Es hörte Marias Herz klopfen, bumm, bumm, bumm, und wurde ruhig. Und dann schlief es ein.
Maria legte es in den Futtertrog, mitten ins Heu. Sie nannten es Jesus.
Josef schaute sich um. Ein kleiner Stall. Eine Lampe. Frisches Heu. Eine warme Kuh. Ein alter Mann, der Platz gemacht hatte. Kein Palast. Aber alles, was sie brauchten.
„Weißt du was, Maria?“, flüsterte Josef. „Ich hab Gott gefragt, wo wir hinsollen. Und Gott hat für uns gesorgt.“
Maria lächelte. Draußen über dem Dach leuchtete ein Stern, heller als alle anderen.
Bibelvers
„Maria bekam ihr Kind. Sie wickelte es in Tücher und legte es in eine Futterkrippe.“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Warum hat der Esel genau vor diesem Haus so laut geschrien?
- Frage 2: Wie hat sich Josef wohl gefühlt, als überall „Kein Platz!“ gerufen wurde?
- Frage 3: Was brauchst du, damit du dich ganz geborgen fühlst?
Gebet
Lieber Gott,
du hast für Maria, Josef und das Jesuskind gesorgt.
Du sorgst auch für mich.
Danke, dass ich bei dir geborgen bin.
Amen.
Ausmalbild
Wie war die Geschichte?
Eure Rückmeldung hilft uns, Kinderbibelprojekt besser zu machen. Sie wird nicht veröffentlicht.
Danke, du hast diese Geschichte schon bewertet. 🌞
Herzlichen Dank!
Deine Bewertung ist angekommen. Schön, dass ihr zusammen gelesen habt.