Karte 44 · David · Altes Testament
David und Jonatan, beste Freunde
1. Samuel 18,1–4; 20 ca. 4 Min. Vorlesezeit
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Geschichte
Jonatan war ein Prinz. Sein Papa war König Saul, und Jonatan hatte alles, was sich ein Prinz nur wünschen kann. Einen Mantel aus feinem, weichem Stoff. Ein Schwert mit einem glänzenden Griff. Einen Bogen, mit dem er weiter schießen konnte als jeder andere. Und einen Gürtel mit Verzierungen aus Silber.
Aber einen richtigen Freund hatte Jonatan nicht.
Dann kam David in den Palast. Der Hirtenjunge, der gegen Goliat gekämpft hatte. Und als Jonatan ihn zum ersten Mal sah, wusste er: Das ist mein Freund.
Sie redeten den ganzen Abend. Sie lachten über dieselben Witze. Sie erzählten sich Geschichten. Und als David müde wurde und gehen wollte, hielt Jonatan ihn am Arm fest.
„Warte“, sagte Jonatan. „Ich will dir etwas schenken.“
Er zog seinen feinen Mantel aus und legte ihn David um die Schultern.
David riss die Augen auf. „Aber das ist doch dein Mantel! Der Mantel des Prinzen!“
„Jetzt ist es deiner“, sagte Jonatan.
Dann nahm er sein Schwert ab. Und seinen Bogen. Und seinen Gürtel mit dem Silber. Und gab alles David.
David stand da in den Prinzensachen, die ihm ein bisschen zu groß waren, und wusste nicht, was er sagen sollte.
„Warum?“, fragte er schließlich.
„Weil ich dich lieb habe wie mich selbst“, sagte Jonatan. „Und weil wir jetzt Freunde sind. Für immer. Das verspreche ich dir.“
Und von da an waren David und Jonatan unzertrennlich.
Aber dann wurde König Saul eifersüchtig auf David. Weil alle Leute David so gern hatten. Saul wurde so wütend, dass David sich verstecken musste.
„Ich finde heraus, ob mein Vater dir wirklich böse ist“, sagte Jonatan. „Versteck dich hinter dem großen Stein draußen auf dem Feld. In drei Tagen komme ich und schieße mit dem Bogen. Wenn ich zu meinem Diener rufe: ‚Die Pfeile liegen diesseits von dir‘, dann ist alles gut. Aber wenn ich rufe: ‚Die Pfeile liegen weiter weg‘, dann musst du fliehen.“
David versteckte sich hinter dem Stein. Drei Tage lang.
Am dritten Tag kam Jonatan mit einem kleinen Jungen, der die Pfeile aufsammeln sollte. Jonatan spannte den Bogen. Der Pfeil flog weit, weit übers Feld.
„Lauf!“, rief Jonatan dem Jungen zu. „Der Pfeil liegt weiter weg! Schnell!“
Hinter dem Stein schloss David die Augen. Er wusste, was das bedeutete.
Als der Junge weg war, kam David hinter dem Stein hervor. Die beiden Freunde umarmten sich. Sie weinten, alle beide, aber David weinte am meisten.
„Geh in Frieden“, sagte Jonatan. „Wir haben uns versprochen, Freunde zu sein. Für immer. Gott ist zwischen uns.“
Dann ging David fort. Aber er vergaß Jonatan nie. Nicht einen einzigen Tag.
Jonatan hatte David seinen Mantel gegeben, sein Schwert, seinen Bogen und seinen Gürtel. Er hatte viel hergeschenkt. Aber er hatte etwas bekommen, das viel mehr wert war als alles Silber: einen Freund für immer.
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Bibelvers
„Jonatan hatte David lieb wie sein eigenes Leben.“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Warum hat Jonatan David seine schönsten Sachen geschenkt?
- Frage 2: Was ist mehr wert – ein Mantel mit Silber oder ein Freund? Warum?
- Frage 3: Wer ist dein bester Freund oder deine beste Freundin? Was teilt ihr?
Gebet
Lieber Gott,
danke für meine Freunde.
Hilf mir, mit ihnen zu teilen,
so wie Jonatan mit David.
Amen.
Ausmalbild
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