Karte 41 · Hanna und Samuel · Altes Testament
Samuel sucht einen König – David, der kleine Hirtenjunge
1. Samuel 16,1–13 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Gott hat jeden lieb, so wie er ist
Geschichte
Samuel war alt geworden. Sein Bart war lang und weiß, und er ging mit einem Stock. Aber Gott sprach immer noch mit ihm, so wie damals, als er ein kleiner Junge gewesen war.
„Samuel“, sagte Gott eines Tages, „nimm dein Horn mit dem Öl und geh nach Betlehem. Zu einem Mann namens Isai. Einer von seinen Söhnen soll der neue König werden. Ich zeige dir, welcher.“
Samuel füllte das Horn mit duftendem Öl, das nach Kräutern und Blumen roch. Dann machte er sich auf den Weg.
In Betlehem wohnte Isai in einem Haus mit einem großen Hof. Er hatte acht Söhne. Als er hörte, dass der berühmte Samuel kam, bekam er rote Wangen vor Aufregung. „Schnell, Jungs!“, rief er. „Wascht euch! Kämmt euch! Zieht eure besten Kleider an!“
Und dann stellten sich die Söhne im Hof auf. Einer nach dem anderen trat vor Samuel.
Zuerst kam Eliab. Er war der Älteste. Er war groß, so groß, dass er den Kopf einziehen musste, wenn er durch die Tür ging. Er hatte breite Schultern und eine Stimme wie ein Bär.
Samuel machte große Augen. Der ist es!, dachte er. So muss ein König aussehen!
Aber Gott sagte: „Nein, Samuel. Nicht der. Schau nicht darauf, wie groß er ist oder wie stark. Menschen sehen, was außen ist. Aber ich schaue ins Herz.“
Da kam Abinadab, der Zweite. Er hatte schöne, lockige Haare. „Auch nicht“, sagte Gott.
Dann kam Schamma, der Dritte. Er war sehr klug und konnte gut rechnen. „Auch nicht.“
Und so ging es weiter. Der Vierte. Der Fünfte. Der Sechste. Der Siebte. Jedes Mal schüttelte Samuel den Kopf.
Isai wurde ganz unruhig. Er knetete seine Hände.
Samuel stützte sich auf seinen Stock. „Isai“, sagte er, „sind das alle deine Söhne?“
Isai wurde ein bisschen verlegen. „Na ja“, sagte er, „da ist noch der Jüngste. David. Aber der ist draußen auf der Weide und hütet die Schafe. Der ist noch so klein. An den hab ich gar nicht gedacht.“
„Hol ihn“, sagte Samuel. „Wir setzen uns nicht zum Essen, bevor er da ist.“
Da rannte einer der Brüder los. Alle warteten. Die Sonne wanderte über den Hof. Ein Hund kratzte sich. Eliab verschränkte die Arme.
Und dann hörte man Schritte. Schnelle Schritte. Und durch das Tor kam ein Junge gerannt. Er war barfuß. Seine Knie waren schmutzig. Er hatte rote Backen vom Laufen, seine Haare standen in alle Richtungen, und er roch nach Schafen und nach Wiese. In der Hand hielt er noch seine Hirtenschleuder.
Das war David.
Und Gott sagte: „Der ist es. Steh auf und salbe ihn.“ Salben heißt: Öl über den Kopf gießen. Das war das Zeichen dafür, dass Gott jemanden ausgesucht hatte.
Samuel ging zu David. Der Junge schaute ihn mit großen Augen an. Dann hob Samuel das Horn und goss das duftende Öl über Davids Kopf. Es lief ihm durch die zerzausten Haare, über die Stirn und über die Nase, und es duftete im ganzen Hof nach Blumen.
Die großen Brüder standen da und staunten.
Gott hatte nicht den Größten ausgesucht. Nicht den Stärksten. Nicht den Klügsten. Gott hatte den Kleinsten ausgesucht, an den nicht mal sein Papa gedacht hatte. Weil Gott in Davids Herz geschaut hatte.
Gott sieht nicht zuerst, wie wir aussehen. Gott schaut ins Herz. Und Gott hat jeden lieb, so wie er ist.
Bibelvers
„Der Mensch sieht, was vor Augen ist. Gott aber sieht das Herz an.“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Wie hat sich David gefühlt, als ihn plötzlich alle angeschaut haben?
- Frage 2: Warum hat Isai wohl gar nicht an David gedacht?
- Frage 3: Was glaubst du, sieht Gott, wenn er in dein Herz schaut?
Gebet
Lieber Gott,
du schaust nicht nur, wie ich aussehe.
Du schaust in mein Herz.
Danke, dass du mich lieb hast, so wie ich bin.
Amen.
Ausmalbild
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