Karte 2 · Schöpfung · Altes Testament
Himmel, Meer und grünes Land
1. Mose 1,6–13 ca. 4 Min. Vorlesezeit
Darum geht’s: Gott hat alles erschaffen und freut sich daran
Geschichte
Ganz am Anfang, als es gerade erst hell geworden war, gab es noch nichts als Wasser. Wasser oben, Wasser unten, Wasser rechts und links. Es schwappte und gluckerte und plätscherte, und nirgends gab es eine Stelle, an der man hätte stehen können.
Mittendrin schwamm ein kleiner Wassertropfen. Er war so klein, dass man ihn zwischen all dem Wasser gar nicht sehen konnte. Aber er war da. Und er fragte sich: „Wo gehöre ich eigentlich hin?“
Da sprach Gott: „Das Wasser soll sich teilen. Ein Teil nach oben, ein Teil nach unten. Und dazwischen soll Platz sein.“
Und das Wasser teilte sich. Ein großer Teil stieg nach oben, ganz hoch, und wurde zum Himmel mit weichen, weißen Wolken. Der andere Teil blieb unten. Und dazwischen war auf einmal Luft, in der es nach frischem Regen roch.
Der kleine Tropfen wurde ordentlich durchgeschüttelt. Er purzelte und kullerte, und er hatte ein bisschen Angst, dass er verloren gehen könnte. „Halt! Wohin denn jetzt mit mir?“, rief er.
Aber er ging nicht verloren. Er landete unten, wo es blau und kühl war, zwischen Millionen anderer Tropfen. Und alle zusammen wurden: das Meer.
Dann sprach Gott wieder: „Das Wasser unten soll sich an einem Ort sammeln. Und dazwischen soll trockenes Land sein.“
Da rauschte es. Da gluckste es. Da zog sich das Wasser zurück, Welle um Welle, wie wenn man den Stöpsel aus der Badewanne zieht. Und aus dem Meer tauchte etwas auf, das es vorher noch nie gegeben hatte: Land. Braune, feuchte Erde. Sand, der in der Sonne glitzerte. Steine, groß und klein, rund und kantig. Hügel und Täler und ganz hinten sogar ein Berg.
Der kleine Tropfen schwappte ans Ufer und staunte. So viel Neues!
Aber das Land war noch ganz kahl. Keine Blume, kein Grashalm, nicht ein einziges Blatt.
Da sprach Gott zum dritten Mal: „Die Erde soll grün werden!“
Und die Erde wurde grün. Erst kamen winzige Spitzen aus dem Boden, zart wie Katzenhaare. Dann wurden daraus Grashalme, die sich im Wind wiegten. Dann wuchsen Blumen, gelbe und rote und lila gepunktete. Dann Büsche mit Beeren. Dann Bäume, erst klein wie ein Besen, dann groß wie ein Haus, mit Äpfeln und Birnen und Pflaumen daran.
Und der kleine Wassertropfen? Eine Welle trug ihn an den Strand. Er rutschte in die Erde, ganz tief, bis zu einer Wurzel. Und die Wurzel trank ihn auf. Und so kam der kleine Tropfen in einen Apfelbaum, und im Herbst hing er in einem roten, runden Apfel.
Gott ging durch alles hindurch, was er gemacht hatte. Er sah den Himmel mit den Wolken. Er sah das Meer mit seinen Wellen. Er sah das Land mit dem Gras und den Blumen und den Bäumen. Und er sah sogar den kleinen Tropfen in dem roten Apfel.
Und Gott freute sich. Er freute sich über das Große und über das Kleine.
„Das ist gut“, sagte Gott. „Das ist wirklich gut.“
Alles, was es gibt, hat Gott gemacht. Und Gott freut sich an allem, was er gemacht hat. An jeder Wolke, an jeder Blume, an jedem Tropfen.
Bibelvers
„Gott sah es an: Es war gut.“
Zum Weiterreden
Für Eltern: Fragt nach und hört zu. Es gibt keine falschen Antworten.
- Frage 1: Was glaubst du: Was hat dem kleinen Tropfen am besten gefallen?
- Frage 2: Was hat Gott gemacht, worüber du dich richtig freust?
- Frage 3: Wo warst du schon mal, wo Himmel, Meer und Land ganz nah beieinander sind?
Gebet
Lieber Gott,
du hast den Himmel gemacht und das Meer
und jede Blume auf der Wiese.
Ich freu mich mit dir darüber.
Amen.
Ausmalbild
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